Category Archives: Sonstiges

Crowdfunding

Seit 3 Monaten nun, arbeiten die fleißigen Bienchen der Werft Ocean Naval Cantiere an der VEGA. Unermüdlich arbeiten auch wir Tag täglich mit, wir schleifen und streichen, organisieren und planen. Langsam nimmt die VEGA wieder ihre alten unverwechselbaren Formen an und erstrahlt in neuem Glanz. Auch unsere Projekte erfahren immer mehr Beliebtheit und Zuspruch und so können wir schon die ersten Erfolge verbuchen und haben schon einige Anfragen für die Saison 2018. Um das alles abzurunden, haben wir ein Crowdfundig-Projekt erstellt und möchten Euch nun bitten uns zu unterstützen, damit wir im April unsere erste Fahrt mit dem Erlebe-Abenteuer e.V. starten können.

Sail4help – Wir wollen helfen!

Pralinenschachtel VEGA

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie was man kriegt.“ Forrest Gump

Ich weiß es jetzt!

Ein großartiges Projekt wurde ins Leben gerufen und endlich darf ich diesem wunderschönen Schiff all meine Kraft und Aufmerksamkeit widmen und mich daran beteiligen, dass sie wieder zu ihrer alten Schönheit auflebt.

Der Eigner der VEGA stellt mir sein zweites Schiff, die Cocco, zur Verfügung und ich darf mit ihr auf die Kanaren fahren um dort den Winter zu verbringen. Im Frühjahr geht es dann wieder zurück nach Griechenland, so das ich dort die Inselwelt erkunden darf. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn sich Menschen daran beteiligen, die mich und meinen Blog verfolgen und mich bei meinem Vorhaben unterstützen. Ich denke es wird eine tolle Sache, es wäre doch gelacht wenn wir da nicht gemeinsam etwas bewegen können Smiley mit geöffnetem Mund

 

Rezension "Gewittersegeln"

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40 Segler berichten von ihren Erfahrungen bei Sturm, Gewitter und deren Ausläufern.

Schon meine Oma riet mir- „Kind, sobald es gewittert, halt dich vom Wasser und von hohen Gegenständen fern!“ Diese einfache Regel auf einem Segelboot einzuhalten, ist natürlich unmöglich.

„Gewittersegeln“

Mittlerweile bin ich ziemlich froh, mich, aus Mangel an Erfahrung, nicht an diesem Buch beteiligt haben zu können, sondern nur die Ehre zu haben die Rezension schreiben zu dürfen. Denn wer dieses Buch gelesen hat oder selbst schon einmal auf See in ein Gewitter geraten ist, wird mir beipflichten, dass es alles andere als lustig ist. Genau wie dieses Buch im übrigen… wer kurzweiligen Lesespaß sucht, sollte die Finger davon lassen. Dieses Buch ist dramatisch und ergreifend. Ich muss gestehen, dass ich pro Tag nur 1-2 Beiträge lesen konnte, da ich sie erst einmal verarbeiten musste und teilweise sogar den Tränen nah war. Es sollte ein Lehrstück für Segelanfänger sein, nirgendwo hab ich bisher so gebündelt Informationen erhalten zu einem, auf Land doch meist harmlosen, Ereignis, dass auf See über Leben und Tot entscheiden kann. Es ist nicht nur sehr sorgfältig und umfassend recherchiert, es ist auch detailliert ja gar detailverliebt gestalten. Und es macht nachdenklich, denn wie leichtsinnig gehen wir doch oft mit Seemannschaft um und begeben uns gedankenlos in Situationen die lebensbedrohlich werden können. Nach diesem Buch habe ich mir um so mehr vorgenommen, lieber bekennende Frührefferin zu sein und meine Schwimmweste, schon beim ersten Gedanken daran, artig anzulegen.

Sehr spannend festzustellen war im übrigen, dass Männer eher technischer berichten als Frauen, die wiederum ihre Gefühle und die Ereignisse rund herum besser in Worte fassen können. Erstaunt war ich über die Ergebnisse der Versicherungen, die auch zu Wort kamen. Abschließend aber muss ich sagen, das mir das Buch schon allein durch die von jedem Berichterstatter im Anschluß abgegebene Manöverkritik, gezeigt hat, dass man auch aus Fehlern immer nur lernen kann. In diesem Fall haben all diejenigen Glück, die dieses Buch in die Hände bekommen, denn sie können ausnahmsweise einmal aus den Fehlern ANDERER lernen.

Vielen Dank an millemari für dieses wertvolle Werk!

Ehrfurcht

Wikipedia meint dazu: “Ehrfurcht ist ein hochsprachliches Wort für eine mit Verehrung einhergehende Furcht.”

Gestern Abend wurde ich ihrer wieder einmal gewahr.

to-logo-200.gifDie TO-Stammtische sind mir ja seit Monaten schon ein sehr liebgewordenes Ritual. Am Anfang wurde ich kritisch beäugt, aber mittlerweile bin ich in die Runde aufgenommen, Hartnäckigkeit wird meist belohnt. So auch gestern wieder. Die Van Loon war wie immer gut gefüllt, zu alt bekannten Gesichtern mischten sich Neue, wie sich später herausstellte, eher alte Neue. Angekündigt war ein Video-Vortrag eines Pärchens in den Vierzigern- “Familie Mallunat war 5 Jahre zwischen Europa, Afrika und Amerika unterwegs und haben uns sicherlich viel zu berichten”. Ein Vortrag wie schon oft gesehen, ein kurzweiliger Abend also.

Aber weit gefehlt…

Susi & Tom

Zwei bewundernswerte Menschen, die ihren Traum vom Leben in Freiheit wahr gemacht haben. Sie haben sich erst einen Wharram Katamaran mit einem Dschunkenrigg aus und aufgebaut, haben alle Zelte hinter sich abgebrochen und sind nach Monatelangen Vorbereitungen los gesegelt. Wie auch in diesem Bericht der Morgenpost vom April 2014 beschrieben, segelten sie 3 Jahre munter in der Welt herum und entschieden sich dann für ein neues Stahl-Boot um in die Eismeere fahren zu können. 1 Jahr lang haben sie Schweiß und Energie dort hineingesteckt (meine Güte, der Kerl hat sogar seine Masten aus gefällten Bäumen selbst geschnitzt und auch sein Dingi selbst gezimmert). Sie haben alles in reiner Eigenarbeit ausgebaut und verkleidet, selbst die Segel genäht und dann passierte vor 6 Wochen das Unglück. Susi wurde Seekrank und konnte über 5 Tage nicht mal Flüssigkeit beibehalten. Tom war inzwischen völlig entkräftet vor Schlafmangel und der Einhandsegelei, dann brach zu allem Unglück erst das Haupt- und dann auch noch das Hilfsruder auf offener See wegen des starken Schwells. Tom wusste nicht mehr ein noch aus und setzte schweren Herzens den Notruf ab. Sie wurden dann von einem Frachtschiff, in einer atemberaubenden Rettungsaktion, geborgen und mussten aber ihren „Troll“ mutterseelen allein dem Atlantik überlassen. Was für eine Tragödie!

Nachtrag eines TO-Mitgliedes: „Da die Rettungsaktion von einem Crewmitglied des Frachters detailliert gefilmt wurde, trieb es auch den harten Seebären den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken.“

Es lässt nachdenklich werden, wenn man so etwas so hautnah erfährt. Man ist erschüttert, aufgewühlt und möchte einfach nur helfen. Es wurde natürlich gespendet, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Beiden stehen nun vor dem Nichts, haben alles was sie besaßen dem Atlantik übergeben und wohnen jetzt hier kurzfristig bei Freunden, mit dem was sie auf dem Leib tragen. Nicht einmal das sie von vorne beginnen müssen ist das Schlimmste. Sondern die Angst vor so einer Tragödie, ist bei ihnen nun wohl um ein zehnfaches höher als unsere Ehrfurcht vor solch einem Unglück. Ich hoffe für die Beiden, dass sie sich schnell wieder fangen, den Schock verarbeiten und wieder Boden unter den Füßen bekommen. Aber ich hoffe noch viel mehr, dass sich ihre Angst wieder in Ehrfurcht umwandelt und sie ihren Traum vom Leben in Freiheit nicht aufgeben.

Ich danke Euch Beiden für diesen Abend, sehr!

www.aorai.krummewege.de

Inzwischen sind Susi (Buchhändlerin) und Tom (Chemieingenieur) auf Arbeitsuche! Ihre Lebensläufe sende ich gern als PN zu. Wer also einen Tipp, oder sogar eine freie Stelle anzubieten hat, kann sich gern direkt an die Beiden wenden unter:

troll@krummewege.de

Wer möchte kann sich den Vortrag selbst ansehen und vielleicht helfen:

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Der Segler ansich

DSC_0416-kleinEs gibt ja nun so viele verschiedene Seglertypen wie Menschen überhaupt und es ist spannend immer wieder neue Varianten kennen zu lernen. Ganz sicher kenne ich sie noch nicht alle, aber es kristallisieren sich ein paar Spezies heraus, die äußerst Charakteristisch sind. Mal schauen ob ich sie irgendwie beschrieben bekomme, natürlich immer mit einem Augenzwinkern:

Der Urlaubssegler…

… hat irgendwann mal seine Scheine gemacht, chartert jeden Sommer für 1-4Wochen irgendein Boot, meist im Mittelmeer und läd sich das Boot mit Familie, Freunden und Bekannten voll. Er möchte Spaß, wenig Streß mit irgendwelchen Reparaturen und lässt es sich gut gehen.

Der Wochenendsegler…

… er hat ein kleines oder größeres Boot auf irgend einem See/Meer und nutzt jede erdenkliche Minute seiner Freizeit um vorrangig an seinem Boot zu schrauben, basteln und zu reparieren. Zwischendurch segelt er natürlich auch, aber nur um zu testen ob auch alles gut funktioniert.

Den Gartenzwergsegler…

… er ist meist in Pension und verbringt den Sommer über auf seinem Boot. Meist mit Frau und Hund und Gartenzwerg. Er fährt auch mal raus, aber nur um nachher was erzählen zu können. Ansonsten freut er sich auf die allwöchentlichen Grillpartys in der Marina.

Der Naturfreund…

… mag nicht mehr laufen oder Rad fahren, verbringt dennoch gern viel Zeit in der Natur. Segelnd kann er  Energie sparen und kann somit nachhaltig und Umweltbewußt, darüber nachdenken wie er möglichst unter Einwirkung der Naturkräfte ans Ziel kommt.

Der Regattasegler…

… will Geschwindigkeit, Adrenalin, den Kick. Er fährt nur auf Höchstleistungsbooten, die Dauerlage schieben und bei denen das Blut in den Adern gefriert, wenn man nur die Bilder sieht. Es muss eine Rennyacht sein, möglichst hypermodern, nagelneu und schnell.

Der Lebenslängliche…

… er segelt von Kindesbeinen an. Erst auf einer Jolle, dann mit eigenem kleinen Boot oder als Miteigner auf einer größeren Yacht. Später dann reichts Geld auch für ne Eigene. Er hat schon alle möglichen Reviere befahren, sein Erfahrungsschatz ist beinahe grenzenlos.

Der Einhandsegler…

… ist ein Mann ab 40, der genug von den Frauen bzw. sogar Menschen hat, sich für bestimmte Zeit aus dem gesellschaftlichen Leben ausklinkt und allein auf große Fahrt geht. Er segelt um zu segeln. Er plant für sich, er packt es an für sich, er segelt für sich. Alles um ihn ist ihm egal.

Der junge Aussteiger…

… er ist oft gerade mit dem Studium oder der Ausbildung fertig, möchte aussteigen bevor er in den Beruf einsteigt. Nur verpasst er dann den Einstieg wieder, weil er irgendwo strandet. Er lebt dann irgendwo im Warmen und hangelt sich von Job zu Job und Boot zu Boot.

Der ältere Aussteiger…

… um die 50. Er hat in Deutschland schwer Fuß gefasst, ein paar Beziehungen hinter sich und meint das nun auf einem Boot alles besser zu packen. Er möchte schon eine Frau dabei haben, die ihn bekocht und putzt und unterhält, aber auch finanziell von ihm unabhängig ist.

Der Umherirrende…

… er steckt tief in der midlife crisis, ist geschieden, hat erwachsene Kinder und einen recht lukrativen Job hinter sich gelassen. Nun weiß er nicht wohin, kauft sich ein Schiff, weil er meint dann autark zu sein. Er sucht auch Gesellschaft, weils allein doch einsam ist und irrt dennoch weiter.

Der Langfahrer…

… plant Jahrelang den Ausstieg. Spart und organisiert, kauft ein Boot und baut es um. Verkauft Haus und Hof und steckt alles in das Projekt. Er will in 3-5 Jahren oder auch open end mindestens einmal um die Welt. So viel wie möglich sehen, erleben, am liebsten mit (s)einer Partnerin.

Der Pseudo Langfahrer…

… er erzählt überall herum das er schon Jahrelang den Ausstieg plant. Er ist super informiert, weiß um alle Gefahren und warnt jeden davor wo er nur kann. Er ist in allen Foren angemeldet und kennt jeden Bootstyp. Und er findet garantiert immer einen Grund warum er gerade jetzt nicht los kann.

Wenn ich noch jemanden vergessen habe, immer her damit, ich ergänze gern. Auftretende Ähnlichkeiten sind rein zufällig und um Gottes willen nicht böse gemeint.