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Crowdfunding

Seit 3 Monaten nun, arbeiten die fleißigen Bienchen der Werft Ocean Naval Cantiere an der VEGA. Unermüdlich arbeiten auch wir Tag täglich mit, wir schleifen und streichen, organisieren und planen. Langsam nimmt die VEGA wieder ihre alten unverwechselbaren Formen an und erstrahlt in neuem Glanz. Auch unsere Projekte erfahren immer mehr Beliebtheit und Zuspruch und so können wir schon die ersten Erfolge verbuchen und haben schon einige Anfragen für die Saison 2018. Um das alles abzurunden, haben wir ein Crowdfundig-Projekt erstellt und möchten Euch nun bitten uns zu unterstützen, damit wir im April unsere erste Fahrt mit dem Erlebe-Abenteuer e.V. starten können.

Sail4help – Wir wollen helfen!

Pralinenschachtel VEGA

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie was man kriegt.“ Forrest Gump

Ich weiß es jetzt!

Ein großartiges Projekt wurde ins Leben gerufen und endlich darf ich diesem wunderschönen Schiff all meine Kraft und Aufmerksamkeit widmen und mich daran beteiligen, dass sie wieder zu ihrer alten Schönheit auflebt.

Der Eigner der VEGA stellt mir sein zweites Schiff, die Cocco, zur Verfügung und ich darf mit ihr auf die Kanaren fahren um dort den Winter zu verbringen. Im Frühjahr geht es dann wieder zurück nach Griechenland, so das ich dort die Inselwelt erkunden darf. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn sich Menschen daran beteiligen, die mich und meinen Blog verfolgen und mich bei meinem Vorhaben unterstützen. Ich denke es wird eine tolle Sache, es wäre doch gelacht wenn wir da nicht gemeinsam etwas bewegen können Smiley mit geöffnetem Mund

 

Wenn einer eine Reise tut

Immer wieder werden mir von Unwissenden oder Reiseneulingen, in den Foren und FB-Gruppen, die gleichen Fragen gestellt. Es ist zwar sehr spannend das Menschen immer zuerst die finanziellen Dinge erfragen und das Warum und Wie eher zweitrangig interessiert, aber es nervt auf Dauer auch ziemlich immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten, deshalb möchte ich die Meisten hier mal auflisten:

1. Wie finanzierst Du Deine Reisen?

Ich habe meine Eigentumswohnung vermietet, die mir 500,-€ im Monat zum Leben lässt. Aber ich benötige auch kaum noch Geld, denn ich reise hauptsächlich über www.handgegenkoje.de, das funktioniert wie bei Work-and-travel, was eigentlich bedeutet, dass ich für Kost und Logis arbeite, also kein Geld verdiene. WaT ist allerdings altersabhängig, für über 30 jährige gibt es deshalb www.workaway.info. Ich habe schon als Deckshand, Hostess, Köchin, Coskipperin und auch als freiberufliche Skipperin gearbeitet, oder auch im Winter bei Restaurations- und Reparaturarbeiten geholfen. Bei HgK muss man allerdings oft etwas zur Bordkasse beisteuern, wobei mir meine Mieteinnahmen weiterhelfen.

2. Wie kommt man denn mit 500,-€ im Monat klar?

Nun, ich lebe sehr minimalistisch und kaufe nur etwas, wenn etwas kaputt geht. Abgesehen davon, ist das Leben überall auf der Welt günstiger als in Deutschland. Sobald ich auf Segelschiffen unterwegs bin, fällt eh nur die Bordkasse an, dass heißt, das ich ca. 100,-€ pro Woche zur Bordkasse für Lebensmittel, Getränke, Liegegebühren und Diesel beitrage, mal ist es etwas mehr aber meistens weniger. Also bleiben für mich noch 100,-€ im Monat für SIM Karten und mal ne Cola oder auch ein Restaurantbesuch. Wenn ich über Land reise, gebe ich nie mehr als 10,-€ pro Übernachtung bei www.airbnb.de aus, also bleiben noch ca. 50,-€ für Bus oder www.blablacar.de, und ca. 150,-€ für Essen und Getränke. Das sind 5,-€ pro Tag und in Ländern wie in der Türkei oder Italien, wo ein Döner oder Minipizza 1,-€ und ein Bier 1,50€ kosten, komme ich locker damit hin.

3. Hast Du keinerlei Geld gespart?

Natürlich habe ich auch Finanzielle Rücklagen, aber nur für den Fall, das ich mal kurzfristig keinen Mieter für meine Wohnung haben sollte oder unvorhergesehene Dinge in der Wohnung auftreten. Ab und an brauche ich auch mal ein Flugticket für mich oder meinen Sohn, der mich auch öfter mal besuchen kommt. Es ist also nur eine Notreserve.

4. Bist Du bei irgendeinem Amt gemeldet?

Nur beim Bezirksamt, wegen meiner Wohnung möchte ich gern in Deutschland gemeldet bleiben. Ansonsten nein nicht mehr. Anfangs bekam ich vom AA das Arbeitslosengeld I, das ich über einen Antrag (PDU 2) für 3 Monate mit ins Ausland nehmen konnte.

5. Wie funktioniert das Steuerrechtlich?

Es gibt für Seeleute eine besonderes Steuerrecht, aber auch für alle anderen Reisenden dürfte die 183 Tage Regelung gelten, zu lesen hier: rechts-und-steuerberatung-schmidt.de/seeleute Und nicht zu vergessen, der Grund-Steuerfreibetrag, den ich selten überschreite.

6. Bist Du überhaupt Krankenversichert?

Ja klar, denn ich weiß wie schnell einem auf einem Schiff mal etwas passieren kann und ich möchte keine Not-OP selbst bezahlen müssen. Auch mag ich nicht für einen Hubschraubereinsatz oder Heimflug aufkommen müssen. Deshalb bin ich bei www.care-concept.de versichert. Allerdings sind die Arztkosten im Ausland um so vieles geringer, zum Glück brauchte ich bisher aber auch nur hin und wieder eine Zahnärztliche Behandlung.

7. Wie machst Du das mit der Rente?

Enttäuschtes Smiley Welche Rente? Auf meinem letzten Rentenauszug wurde mir mitgeteilt, dass ich nach fast 30 Jahren nonstop arbeiten zusätzlich als Alleinerziehende, zum jetzigen Zeitpunkt ganze 560,19€ bekomme. Sollte ich weitere 22 Jahre arbeiten wie bisher, bekäme ich doch tatsächlich 1055,96€ BRUTTO und natürlich ohne Berücksichtigung der Rentenanpassung, da bleibt nicht viel übrig. Nur zur Info, die Mindestrente beträgt derzeit 850,-€ Meine Wohnung ist also quasi meine Altersvorsorge.

8. Wie planst Du Deine Reisen?

Ich habe immer mehrere Pläne und irgendeiner trifft dann doch zu oder aber mir fällt spontan etwas ganz anderes ein. Der große Plan ist – so viel wie möglich von der Welt zu sehen und Land und Leute kennen zu lernen. Dabei sind Sehenswürdigkeiten und touristisches Sightseeing eher zweitrangig. Abgesehen davon, liebe ich es Pläne zu machen, deshalb kommt mir diese Lebensweise sehr entgegen. Aber wie heißt es auch so schön – Segler schreiben ihre Pläne bei Ebbe in den Sand Zwinkerndes Smiley

9. Wie findest Du immer Schiffe die Dich mitnehmen?

Meine Hauptfundstelle ist natürlich www.handgegenkoje.de, wenn man den Filter generiert, findet man dort öfter mal reine Hand-gegen-Koje Angebote, aber auch auf www.segler-sucht-seglerin.de habe ich einige tolle Kontakte geknüpft. Mittlerweile werde ich aber über Facebook schon weitervermittelt bzw. halten die Mädels in der FB-Gruppe “Segelnde Frauen unter sich” auch immer mal die Augen und Ohren für mich offen. Was meiner Meinung nach ein Mythos ist, ist dass man in einer Marina jemanden findet, der einen mitnimmt, das klappt vielleicht bei 20 jährigen die noch eine gute Gallionsfigur darstellen. Meine Erfahrungen zeigen mir, das jeder Bootsnachbar mit dem ich in einer Marina Kontakt bekam, diverse Ausreden bis hin zu betretenem Schweigen, parat hatte, wenn das Thema zur Sprache kam. Leider habe ich bisher auch nie andere Tramper getroffen, die mir von ihren Erfahrungen berichten konnten.

10. Wieviel Gepäck hast Du?

Zu viel, leider. Zwei Rucksäcke plus eine Reisetasche und ein Seesack sind eigentlich zu viel, aber ich finde immer irgenwo auf dieser Welt einen Parkplatz für mein großes Gepäck, das vorrangig Winter und Schwerwettersachen beinhaltet. Ob das nun bei einem Freund auf Mallorca oder auf der VEGA ist, es findet sich immer ein Plätzchen. Allerdings muss ich demnächst auch wieder mal ausdünnen, denn da mein nächstes Ziel der Atlantik ist, brauche ich die Wintersachen hoffentlich bald nicht mehr, also bekommt mein Sohn wohl demnächst wieder Post.

Falls noch weitere Fragen auftauchen sollten, ergänze ich gerne Smiley

Rezension "Gewittersegeln"

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40 Segler berichten von ihren Erfahrungen bei Sturm, Gewitter und deren Ausläufern.

Schon meine Oma riet mir- „Kind, sobald es gewittert, halt dich vom Wasser und von hohen Gegenständen fern!“ Diese einfache Regel auf einem Segelboot einzuhalten, ist natürlich unmöglich.

„Gewittersegeln“

Mittlerweile bin ich ziemlich froh, mich, aus Mangel an Erfahrung, nicht an diesem Buch beteiligt haben zu können, sondern nur die Ehre zu haben die Rezension schreiben zu dürfen. Denn wer dieses Buch gelesen hat oder selbst schon einmal auf See in ein Gewitter geraten ist, wird mir beipflichten, dass es alles andere als lustig ist. Genau wie dieses Buch im übrigen… wer kurzweiligen Lesespaß sucht, sollte die Finger davon lassen. Dieses Buch ist dramatisch und ergreifend. Ich muss gestehen, dass ich pro Tag nur 1-2 Beiträge lesen konnte, da ich sie erst einmal verarbeiten musste und teilweise sogar den Tränen nah war. Es sollte ein Lehrstück für Segelanfänger sein, nirgendwo hab ich bisher so gebündelt Informationen erhalten zu einem, auf Land doch meist harmlosen, Ereignis, dass auf See über Leben und Tot entscheiden kann. Es ist nicht nur sehr sorgfältig und umfassend recherchiert, es ist auch detailliert ja gar detailverliebt gestalten. Und es macht nachdenklich, denn wie leichtsinnig gehen wir doch oft mit Seemannschaft um und begeben uns gedankenlos in Situationen die lebensbedrohlich werden können. Nach diesem Buch habe ich mir um so mehr vorgenommen, lieber bekennende Frührefferin zu sein und meine Schwimmweste, schon beim ersten Gedanken daran, artig anzulegen.

Sehr spannend festzustellen war im übrigen, dass Männer eher technischer berichten als Frauen, die wiederum ihre Gefühle und die Ereignisse rund herum besser in Worte fassen können. Erstaunt war ich über die Ergebnisse der Versicherungen, die auch zu Wort kamen. Abschließend aber muss ich sagen, das mir das Buch schon allein durch die von jedem Berichterstatter im Anschluß abgegebene Manöverkritik, gezeigt hat, dass man auch aus Fehlern immer nur lernen kann. In diesem Fall haben all diejenigen Glück, die dieses Buch in die Hände bekommen, denn sie können ausnahmsweise einmal aus den Fehlern ANDERER lernen.

Vielen Dank an millemari für dieses wertvolle Werk!

Ehrfurcht

Wikipedia meint dazu: “Ehrfurcht ist ein hochsprachliches Wort für eine mit Verehrung einhergehende Furcht.”

Gestern Abend wurde ich ihrer wieder einmal gewahr.

to-logo-200.gifDie TO-Stammtische sind mir ja seit Monaten schon ein sehr liebgewordenes Ritual. Am Anfang wurde ich kritisch beäugt, aber mittlerweile bin ich in die Runde aufgenommen, Hartnäckigkeit wird meist belohnt. So auch gestern wieder. Die Van Loon war wie immer gut gefüllt, zu alt bekannten Gesichtern mischten sich Neue, wie sich später herausstellte, eher alte Neue. Angekündigt war ein Video-Vortrag eines Pärchens in den Vierzigern- “Familie Mallunat war 5 Jahre zwischen Europa, Afrika und Amerika unterwegs und haben uns sicherlich viel zu berichten”. Ein Vortrag wie schon oft gesehen, ein kurzweiliger Abend also.

Aber weit gefehlt…

Susi & Tom

Zwei bewundernswerte Menschen, die ihren Traum vom Leben in Freiheit wahr gemacht haben. Sie haben sich erst einen Wharram Katamaran mit einem Dschunkenrigg aus und aufgebaut, haben alle Zelte hinter sich abgebrochen und sind nach Monatelangen Vorbereitungen los gesegelt. Wie auch in diesem Bericht der Morgenpost vom April 2014 beschrieben, segelten sie 3 Jahre munter in der Welt herum und entschieden sich dann für ein neues Stahl-Boot um in die Eismeere fahren zu können. 1 Jahr lang haben sie Schweiß und Energie dort hineingesteckt (meine Güte, der Kerl hat sogar seine Masten aus gefällten Bäumen selbst geschnitzt und auch sein Dingi selbst gezimmert). Sie haben alles in reiner Eigenarbeit ausgebaut und verkleidet, selbst die Segel genäht und dann passierte vor 6 Wochen das Unglück. Susi wurde Seekrank und konnte über 5 Tage nicht mal Flüssigkeit beibehalten. Tom war inzwischen völlig entkräftet vor Schlafmangel und der Einhandsegelei, dann brach zu allem Unglück erst das Haupt- und dann auch noch das Hilfsruder auf offener See wegen des starken Schwells. Tom wusste nicht mehr ein noch aus und setzte schweren Herzens den Notruf ab. Sie wurden dann von einem Frachtschiff, in einer atemberaubenden Rettungsaktion, geborgen und mussten aber ihren „Troll“ mutterseelen allein dem Atlantik überlassen. Was für eine Tragödie!

Nachtrag eines TO-Mitgliedes: „Da die Rettungsaktion von einem Crewmitglied des Frachters detailliert gefilmt wurde, trieb es auch den harten Seebären den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken.“

Es lässt nachdenklich werden, wenn man so etwas so hautnah erfährt. Man ist erschüttert, aufgewühlt und möchte einfach nur helfen. Es wurde natürlich gespendet, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Beiden stehen nun vor dem Nichts, haben alles was sie besaßen dem Atlantik übergeben und wohnen jetzt hier kurzfristig bei Freunden, mit dem was sie auf dem Leib tragen. Nicht einmal das sie von vorne beginnen müssen ist das Schlimmste. Sondern die Angst vor so einer Tragödie, ist bei ihnen nun wohl um ein zehnfaches höher als unsere Ehrfurcht vor solch einem Unglück. Ich hoffe für die Beiden, dass sie sich schnell wieder fangen, den Schock verarbeiten und wieder Boden unter den Füßen bekommen. Aber ich hoffe noch viel mehr, dass sich ihre Angst wieder in Ehrfurcht umwandelt und sie ihren Traum vom Leben in Freiheit nicht aufgeben.

Ich danke Euch Beiden für diesen Abend, sehr!

www.aorai.krummewege.de

Inzwischen sind Susi (Buchhändlerin) und Tom (Chemieingenieur) auf Arbeitsuche! Ihre Lebensläufe sende ich gern als PN zu. Wer also einen Tipp, oder sogar eine freie Stelle anzubieten hat, kann sich gern direkt an die Beiden wenden unter:

troll@krummewege.de

Wer möchte kann sich den Vortrag selbst ansehen und vielleicht helfen:

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