Entschieden

Ha, heute war Tag der Entscheidung! Ich danke allen die sich gemeldet haben auch hier nochmal!

Ich hab mich also für ein Boot (Pirot) von 9,15m entlang der Kroatischen Küste entschieden :o) Los gehts in Zadar und mal schauen wie weit wir Richtung Griechenland kommen.
Der Flug ist gebucht, ich kanns noch gar nicht glauben, aber ab jetzt heißt es rückwärts zählen!

5Ich muss tatsächlich zugeben, dass mir die Entscheidung diesmal echt nicht leicht gefallen ist. Ich hatte wirklich gute Angebote- Mallorca, Griechenland, Sardinien und eben Kroatien. Ich bin mal wieder nach dem Bauchgefühl gegangen und ganz entscheidend dabei war, dass der Skipper schon größere Törns auch Einhand bewältigt hat und im nächsten Jahr auf jeden Fall schonmal über den Atlantik will und nicht nur im Urlaub ein paar Wochen auf einem Charterboot umherschippert. Denn das ist mir am meisten angeboten worden, vor allem Charterboote oder auch zottelige Aussteiger, die nur finanzielle Unterstützung suchten. Dieser hier steht aber in Lohn und Brot und arbeitet ein halbes Jahr, um auch für seine Kinder da zu sein, das andere Halbe segelt er. Es ist sein eigenes Boot, das er selbst mit viel Liebe ausgebaut und gepflegt hat. Er hat genügend Segelerfahrung und ist nach eigener Aussage auch gewillt mir gehörig etwas beizubringen, was ja auch nicht so oft vorkommt. Denn ich stecke ja mitten im SBF Binnen/See und hab am letzte WE das erste mal allein eine Sportina500 gesteuert, war ein tolles Gefühl. Nuja, da denke ich werde ich genug Praxis sammeln in den drei Wochen, um die Praxisprüfung auf jeden Fall zu bestehen!

Ich habe übrigens die meisten Zuschriften über das Portal „Hand gegen Koje“ bekommen, aber auch „Facebook“ oder eben hier durch den Blog hat einige wirklich nette Kontakte zustande gebracht. Wer also ähnliches vor hat- inserieren, schreiben, telefonieren, skypen, ev. treffen = gemeinsam segeln! Klappt hervorragend, ich bin ein lebendes Beispiel!
Witzig ist, das es wieder ein Ösi ist… mein erster Skipper war ja einer, die Freundin mit der ich den Kurs mache ist eine und nun schon wieder, na zum Glück mag ich den Dialekt sehr!

Ich kanns noch gar nicht richtig glauben, aber das kommt schon noch!

Tja, nun ist es bald schon Mai und ich hab nur noch 4 Monate zu arbeiten. Danach werde ich 1-2 Sprachkurse Englisch/Spanisch machen, im Oktober/November meinen Sohn in Barcelona besuchen und mit einem Segelurlaub verbinden und im Frühjahr meine Wohnung ausräumen und renovieren um sie zu vermieten. Der Zeitplan steht, gespannt bin ich mit wem ich dann letztendlich lossegel. Aber bisher hat sich alles gefunden und wenn ich in Etappen mitsegel, was auch seine Vorteile haben kann… aber das ist ja noch was hin… jetzt erstmal U R L A U B ! ! ! :o)))

Nachtrag:

dufour-455-grand-large_772_730x270Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen… wer mich bisher noch nicht für bekloppt gehalten hat, darf es jetzt getrost tun… ich werde also erst vom 31.5.-14.6. in Kroatien herumschippern und dann gleich im Anschluss vom 14.6.-23.6. in der Türkei auf eine Dufour455… hach kann das Leben schön sein :oD
Das wirklich verrückte daran ist aber, das ich von Zadar nach Berlin und 3 Stunden später wieder von Berlin nach Dalaman fliegen muss, da die Direktflüge schweineteuer wären!

Urlaubsplanung 2014

Es ist eigenartig, wenn man kein Ziel vor Augen hat, verstreuen sich alle Bemühungen irgendwie, man versucht sich hier und da und doch kommt man nicht richtig zu Potte. Kaum aber hat man ein spezielles Ziel, kanalisiert sich plötzlich die ganze Energie in eine Richtung und alles fliegt einem plötzlich zu.

Zum Einen werde ich mit meinem allerersten Lieblingsskipper ab nächste Woche eine WG bilden, sprich er zieht für eine Weile von Frankreich hierher zu mir, bis er eine Wohnung in Berlin hat. Er will sein Projekt hier beenden und sich dann nach erfolgreichem Abschluss ein Boot kaufen. Falls wir uns weiterhin so gut verstehen, kann er auch bis dahin bei mir wohnen, sofern ich dann mit auf sein Boot darf *fg*

Zum anderen steht die Urlaubsplanung für dieses Jahr an. Ich werde im Juni eine Woche mit dem Münchner Kameramann auf der Ostsee segeln gehen und im Juli zwei weitere Wochen mit meiner Freundin (die Frau mit der 40ft Ketsch) im Mittelmeer, allerdings nicht mit ihrem Boot, das wird gerade für die große Tour hübsch gemacht, sondern wir versuchen bei Anderen mitzusegeln. Gebote werden noch entgegen genommen :o)

Achja, meinen Segelschein habe ich begonnen, die ersten Theoriestunden hab ich schon hinter mir und im Mai gehts aufs Wasser. *freu*

Ja klar gibt es Tage, da möchte ich hier niemals weg, Sonntage an denen ich meine Couch lieb habe oder Abende die ich mit meinen Freunden verbringe. Aber wenn dann morgens früh um 8:00 der Wecker klingelt, denke ich mir nur- noch ein halbes Jahr!!!
Unsere Generation ist irgendwie die Verlierergeneration. Unsere Eltern haben doch nichts ausgestanden, sie haben entweder im Westen den Wirtschaftsaufschwung miterlebt oder im Osten die ruhige Sicherheit der DDR. Aber so wie wir, die von der Schule an unter diesem permanenten Leistungsdruck gearbeitet haben und seit nun beinahe 30 Jahren diesem psychischen und physischem Druck ausgesetzt waren, so etwas hatte weder die vorhergehende Generation, noch die Folgende. Hinzu kommt noch diese verdammte Emanzipation (und nein ich wollte sie nicht), denn sie bedeutet für uns Frauen, dass wir nicht nur die Kinder groß ziehen, die Familie bespaßen, den Haushalt schmeißen müssen, sondern auch noch finanziell dafür sorgen müssen. Es ist kraftraubend und viele Bekannte und Freunde, stehen kurz vor dem Burnout, haben mit 45 nen Herzinfarkt oder 50 nen Schlaganfall.

Nein, ich bin keine verrückte Aussteigerin, ich bin einfach müde und brauche eine Pause!!!

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Nachtrag…… und erstens kommt es anders

Mein Urlaub im Juli wurde nicht genehmigt, so das ich nicht mit meiner Freundin fahren kann UND der Kameramann aus München hat auch abgesagt :o(

Nun bin ich also wieder allein auf mich gestellt und suche Unterschlupf für drei Wochen Im JUNI, natürlich möglichst im Mittelmeer!

Schritt für Schritt

 

Vor eine Weile hatte ich mal eine To-Do-Liste erstellt und als ob alles so sein sollte, fügte sich eins zum anderen:

 

1. Segelpartner finden-
Mittlerweile hatte ich mehrere fixe Angebote- einen Kameramann aus München, der eine Segelpartnerin suchte und mit dem ich einen wirklich angenehmen Nachmittag verbrachte. Wir wollten im Sommer mal gemeinsam schauen, wie es auf dem Boot klappen sollte, allerdings war er nur 1-2 Jahre abkömmlich. Der nette Mr Barcelona war inzwischen in Berlin und wollte in diesem Sommer eine Wauquiez in Stralsund ausbauen um dann, auf jeden Fall schonmal, zurück nach Barcelona segeln. Mein allererster Lieblingsskipper entwickelte auch Pläne- sich, nach dem Verkauf der Mary Fisher, ein größeres Boot zu zulegen oder aber auf einem Boot mitzusegeln. Und ich hatte eine Frau kennengelernt, die sich eine 40ft Ketsch zugelegt hatte, die sie auch in diesem Sommer ausbauen lassen wollte, um dann im Frühjahr 2015 loszusegeln. Mit ihr verbrachte ich schonmal den einen oder anderen Abend, wir verstanden uns gut und hatten gemeinsam viel Spaß.
Wenn also alles so lief wie es sich bisher ausmachte, würden wir sogar als kleines Konvoi lossegeln, um dann wenigstens die Biskaya gemeinsam zu meistern.

2. segeln gehen-
Das war noch nicht sicher, denn ich wußte weder mit wem, noch wohin. Der Münchner war genau zu dieser Zeit (Juni) voll belegt, vielleicht würde September klappen, Mr Barcelona war in Berlin und/oder Stralsund, mein Lieblingsskipper wahrscheinlich auf dem Weg nach Deutschland, also dann blieb ev. meine zukünftige Segelpartnerin, mit der ich dann ja auf einem Boot im Mittelmeer anheuern konnte, Angebote hatte ich ja einige.

3. Kostenplan erstellen-
Das fruchtete, bzw. war schon recht fix und auch realisierbar, siehe Punkt 4 :o)

4. Wohnungsmieter finden-
Just hatte sich meine Hausverwaltung angeboten, mir sowohl einen Mieter zu suchen, als auch die Wohnung dann für die Zeit meiner Reise für nur 20,- monatl. zu verwalten. Besser gings gar nicht! Ich würde von den Mieteinnahmen und meinem ersparten leben können und zwar ruhigen Gewissens.

5. Sonnenbrille anfertigen lassen-
Das war das kleinste Übel und schon längst verwirklicht!

6. Visa Card organisieren-
Genau wie Punkt 5 :o)

7. Segelschein machen-
Sobald das Wetter wärmer werden würde, würde ich auf dem Müggelsee bei einer Segelschule den Schein machen, vorangemeldet hatte ich mich schon und die passenden Bücher lagen schon parat. Bis dahin besuchte ich regelmäßig die TO-Stammtische und kam dort immermehr Beachtung und ich wurde langsam aufgenommen in den Kreis der Weltreisenenden.

8. vom materiellen Ballast befreien-
Das ging echt flott voran- 6 Säcke Klamotten waren schon in der Altkleidertonne verschwunden. Bei Ebay verkaufte ich ein Teil nach dem anderen und kaufte mir gleich Dinge die ich zum Segeln brauchte. Der Keller war ab November frei und konnte dann mit meinem Kram befüllt werden, alles andere würde verschenkt oder verkauft sein.

9. ärztlich durchchecken lassen-
Ich hatte mittlerweile jede Woche einen Arzttermin- Orthopäde, Zahnarzt, Nuklearmedizin, Gynäkologe usw. alle verdienten endlich mal was an mir.

10. Impfen lassen-
Das hatte ich mit meinem Allgemeinarzt schon besprochen und sollte demnächst beginnen.

11. Zähne durchchecken lassen-
Siehe Punkt 9 :o)

12. Reisepass beantragen-
Das hatte Zeit bis zum Herbst, denn der Pass sollte ja frisch sein, ein Auslandführerschein würde gleich mit erstellt werden.

13. Job kündigen-
Tscha, das hatte sich wirklich ganz von allein erübrigt, denn mein Vertrag sollte tatsächlich nicht mehr verlängert werden. Als ich meinem Arbeitgeber jedoch von meinen Plänen erzählte und wie sehr mir noch ein weiteres halbes Jahr geholfen hätte, fand er die Idee so cool, das er mir den Arbeitsvertrag bis Ende August 2014 verlängerte.

Es war also besiegelt, ab September 2014 würde ich also frei sein. Frei für die Vorbereitung des größten Abenteuers meines Lebens! Es fühlte sich eigenartig an, das bisherige Leben so langsam Schritt für Schritt zu beenden, zum einen war es Traurigkeit, alles gewohnte hinter sich zu lassen und eben auch Hoffnungen endgültig zu begraben Zu gerne wäre ich hier mit einem Mann der mich zu schätzen weiß, glücklich geworden und hätte mit ihm zusammen die Welt erkundet. Aber es sollte nicht sein, ich würde wohl mit einer Frau auf Reisen gehen, die die gleichen Erfahrungen wie ich gemacht hatte. Zum anderen freute ich mich natürlich diebisch auf die Zeit, auf die Erlebnisse, die fernen Länder und fremden Kulturen.

Und so war meine große Liebe wohl das Meer… auch kein so schlechter Gedanke!

Erstaunt war ich aber immernoch nachhaltig, wie wenig Gegenwind ich doch hatte. Niemand wollte mir mein Vorhaben ausreden, niemand belächelte es, denn jeder der mich kannte, wußte WIE ernst ich es meinte. Im Gegenteil, mir schlug großteils Bewunderung entgegen, denn irgendwie hatte jeder diesen Traum auszubrechen, nur die wenigsten verwirklichten ihn. Gerade Menschen in meiner Generation, die ein Lebenlang unter diesem psychischen und physischen Druck, der heuzutage in den Firmen herrschte, gearbeitet hatten, sehnten sich nach einem Ausstieg aus diesem Hamsterrad. Es machte mich traurig, wie wenig ihn doch wagten.

Ich war also auf dem richtigen Weg, hatte schon einiges erledigt und meine To-Do-Liste bedarf einer Umgestaltung:

1. segeln gehen
2. weiter ärztlich durchchecken lassen,
3. Impfen lassen,
4. Segelschein machen,
5. vom materiellen Ballast befreien,
6. Wohnungsmieter finden,
7. Reisepass beantragen,
8. meine Katze hatte ich vergessen- :o( aber auch dafür fand sich gerade eine Lösung, eine Arbeitskollegin wollte sich eine Zweite zulegen und vielleicht verstanden sich die Mädels ja!
9. eine Auslandskrankenversicherung abschließen, meine private Rentenversicherung wiederbeleben und gleichzeitig alle anderen Versicherungen hier kündigen

Wer die Wahl hat

Es ist gar nicht einfach eine Auswahl zu treffen, vor allem wenn man sich eh schon schwer entscheiden kann!

Ich habe, seit dem ich meinen Entschluß gefasst habe, so viele wirklich interessante Zuschriften bekommen, aus denen tolle Kontakte entstanden sind . Aber wie es immer so ist, die die interessant erscheinen, haben entweder andere Routen oder Zeitpläne, oder aber suchen selbst etwas anderes als mich. Andere wiederum sind sich selbst noch gar nicht sicher wann und ob sie überhaupt los wollen/können und wieder andere haben weder Zeit noch Mittel und wollen dafür aber um so intensiver weg. Einige sind schon unterwegs und findens nun alleine langweilig oder aber sie sind schon auf dem Sprung und machen Anfang 2014 schon los, ich möchte aber von Anfang an mit dabei sein und kann erst ab Fühjahr 2015.

Es gibt so viele Kategorien von Männern die eine Weltumsegelung ins Auge fassen oder sogar schon planen, mit Boot oder ohne, mit Ziel oder ohne und natürlich mit Geld oder ohne :o)

Ich kann also nur schauen, welcher Typ würde am besten zu mir passen. Ich sehe mich selbst nicht als Aussteigerin, sondern eher als Reisende die für ein paar Jahre etwas von der Welt sehen möchte. Ich werde hier in Berlin meine Zelte zwar minimieren, aber nicht ganz abbrechen, so das ich jederzeit auch wieder zurück kann und würde. Mir gefällt mein Leben hier, es ist zwar manchmal etwas einsam in dieser großen Stadt, aber ich habe irrsinnig viele Freunde, einen tollen Job und ne noch tollere Wohnung. Aber genau diese Aspekte werden mir auch bei meiner Reise helfen, Freunde die mich bestimmt besuchen werden, ein Job den ich jederzeit wieder bekomme und die Wohnung wird mir die Reise finanzieren und da sein wenn ich zurückkomme. Ich möchte einfach die Welt sehen, an Orte kommen, wo ich noch nie war und mein Leben so leben wie ich es noch nie getan habe.

Natürlich werde ich mir ganz genau überlegen mit wem ich fahre, aber ich hab ja noch ein ganzes Jahr Zeit. Man kann sich beschnuppern und im nächsten Sommer gemeinsam Urlaub machen und schauen wie man auf engstem Raum gemeinsam klar kommt, nirgendwo lernt man sich schneller und intensiver kennen als auf einem Boot. Und genau das werde ich mir auch genau ansehen, schließlich wird es im besten Fall in den nächsten 5 Jahren mein zu Hause sein. Aber eigentlich sollte die Kombination stimmen und Kompromisse muss man immer eingehen, wichtiger ist mir also wie man sich versteht, dann kann das Boot auch klein sein.

Ich hoffe ich werde die richtige Wahl treffen und so lange wie möglich mit einem Mann zusammen alles erleben. Sollte das nicht klappen, tritt eben Plan-B in kraft und ich werde trampen.

Barcelona

Ersteinmal wollte ich also Erfahrungen sammeln. Nur ist in Berlin im Herbst nicht mehr wirklich viel los auf den Seen und mein Job ließ es leider nicht zu an den Wochenenden irgendwohin zu fahren, schließlich musste ich Samstags arbeiten. Aber ich hatte im November noch eine Woche Urlaub und der Zufall wollte es mal wieder, das ich seit kurzem mit einem Deutschen in Spanien lebenden Kontakt hatte. Er war schon einmal über den Atlantik gesegelt und hat ein Jahr in der Karbik verbracht, er hatte viel zu erzählen und ich war gespannt.

1378319_561623867206627_864385577_nIch buchte also 4 Wochen vorher wieder einen sehr günstigen Flug bei Easyjet und freute mich schon diebisch endlich meine, bis dahin ganz frisch erworbenen, theoretischen Kenntnisse anwenden zu können und noch ne gute Portion dazu zulernen. Er hatte mich auf sein Boot eingeladen und wir wollten ev. je nach Wetter nach Mallorca rübersegeln, unabhängig davon hatte ich mit ihm 1-2x geskypt und empfand die Konversation als sehr angenehm, vor allem eben so gar nicht aufdringlich.

Die Zeit verging wie im Fluge, nur leider bekam ich ein paar Tage vor meinem Abflug eine schlechte Nachricht- der Motor des Bootes auf dem er wohnte sei defekt, er würde zwar versuchen ihn zu reparieren, könne aber nichts versprechen, wir würden also wohl mit dem Boot nicht segeln könnten. Aber ein anderer Bekannter würde ein paar Tage dort sein und wir würden dann mit deren Yacht rausfahren können. Ich sah das erstmal entspannt und optimistisch, denn irgendetwas würde sich schon ergeben.

Ich stieg also am 1.Nov. in den Flieger und freute mich auf das Meer, die Sonne, Barcelona und natürlich endlich wieder zu segeln. Am Flugplatz angekommen, wurde ich auch schon abgeholt und wir fuhren mit dem Bus zu der etwas abseits gelegenen Marina in dem kleinen Vorort Castelldefels. Mich begrüßten 20°C, strahlender Sonnenschein und das Meer. Wenn man aus 10°C Nieselregen und grauem Berlin kommt, fühlt sich das an wie das Paradies! Das Boot auf dem er wohnte, war eine 43 Fuß Ketsch mit Centercockpit, die sehr großräumig war und eine super Fahrtenyacht abgab, so in etwa stellte ich mir mein zukünftiges zu Hause vor. Ich fühlte mich gleich sehr wohl und durfte sogar in der Heckkabine schlafen. Wie luxuriös war doch dieses Boot im Gegensatz zur kleinen „Mary Fisher“!

Leider wurde mein junges Glück postwendend getrübt, denn ich erfuhr das der Motor vorerst nicht reparabel sei und zu allem Übel der Eigentümer der Ketsch, die Liegegebühren für das Boot nicht bezahlt hätte. Als Vorsichtsmaßnahme hätte die Marinakapitänerie eine Kette um die Schraube gelegt, so das ein Hinaussegeln unmöglich gewesen wäre. Ich war sehr enttäuscht, wollte ich doch auch sehen wie sich dieses tolle Boot auf dem Wasser anfühlt, aber ich hatte ja noch die Hoffnung mit seinem Bekannten segeln zu können. Dieser kam dann auch am nächsten Abend und ich durfte mir sein Boot, eine AMEL ansehen. Mein Gott wieviel Luxus konnte man auf einem Boot unterbringen, es war unglaublich- Waschmaschine, Spülmaschine, Wäschetrockner, es mangelte an nichts! Auch die Innenausstattung war sehr luxuriös und sehr geräumig, außen war alles vollautomatisch, man drückte nur noch auf Knöpfe und alles rollte sich ein und aus. Trotzdem das alles sehr beeindruckend ausschaute, war es mir doch einen Tick zu übertrieben, die Ketsch auf der ich wohnte war mir da um einiges gemütlicher und wohnlicher.

DSC_0144-kAm nächsten Tag war super Wetter, herrlichster Sonnenschein und 12 Knoten Wind. Ich packte alles zusammen was ich für einen Segeltörn brauchte und wir begaben uns zu seinem Bekannten. Die Männer waren auch bald in Fachgespräche verwickelt, schließlich hatten sie sich ein paar Wochen nicht gesehen und es gab noch einiges zu reparieren, was abgesprochen werden musste. Nach einer Stunde nahm ich mir mein Buch und als sich gegen frühen Nachmittag die Sonne langsam gen Westen neigte und die Männer anfingen die besprochenen Reparaturen auch spontan zu beginnen, verabschiedete ich mich von dem Gedanken an diesem Tag segeln zu können. Da es aber Tag 2 meines Urlaubs war, genoß ich es einfach mit wundervoller Aussicht auf den Hafen lesend in der Sonne zu sitzen. Leider wiederholte sich dieses Schauspiel aber am nächsten und übernächsten Tag. Doch da ich Gast war und zudem weder etwas für meine Unterkunft noch einen Segeltörn bezahlt hatte, konnte ich kaum Ansprüche stellen. Mir blieb nur die unverständige Ratlosigkeit, wieso man so ein irres Boot sein Eigen nannte und es gar nicht seinem Zweck entsprechend nutzte?! Am nächsten Tag dann fuhr der Bekannte wieder ab und ließ uns unverrichteter Dinge zurück mit der Bemerkung, dass es doch sehr schade gewesen sei, gar nicht segeln gewesen zu sein. Snob, Luxus ist es nur weil man es tun KÖNNTE, aber nicht muss?!

DSC_0108-kDie nächsten Tag verbrachten wir dann also mit Exkursionen nach Barcelona, der wirklich tollen Stadt am Meer, dem nächstgelegenen idyllischen Dorf Garraf und der wunderschönen Hafenstadt Sidges. Es waren wirklich tolle Ausflüge und Land und Leute begeisterten mich zusehens. Zwischendurch genoss ich es einfach am Strand in der Sonne und sogar einmal im Meer zu baden, welch Luxus mitten im November! Aber ich musste mich damit abfinden, nicht segeln zu können. So nah und doch so fern :o(

Ein kurzer Hoffnungsschimmer kam mir noch, als ich wieder andere Bekannte von ihm kennenlernte, die im Hafen wohnten und auch ein Boot hatten. Es war zwar nur ein kleines 9,5 Meter Boot, aber das war immerhin einen Meter länger als die Mary Fisher. Leider wurde diese Hoffnung schnell wieder zerschlagen, da sie mitten in den Reparaturarbeiten steckten und die Batterien auch erst einmal erneuert werden mussten. Die Beiden hatten aber auch Pech, denn sie hatten erst kurz nachdem sie das Boot im Frühjahr gekauft und aus dem Wasser geholt hatten, festgestellt das es Osmose hat. Aber- gekauft wie gesehen -konnten sie es nicht mehr reklamieren.

DSC_0125-kSo fuhr ich nach 12 Tagen unverrichteter Dinge wieder ab, zwar mit super vielen neuen Eindrücken, aber eben ohne auch nur einmal gesegelt zu sein. Und dennoch war ich froh es getan zu haben, denn dadurch habe ich tolle Menschen kennengelernt und konnte mir zur genüge Boote anschauen, der Hafen war schließlich voll davon. Ich hoffe ich bin nun nicht zu sehr verwöhnt, denn ich weiß jetzt, dass man für eine längere Fahrt von 3-5 Jahren, ein größeres Boot von mind. 11-13 Metern haben sollte. Auch habe ich einen schwenkbaren Herd zu schätzen gelernt, das es auch in Booten Toilettentüren und sogar Duschen gibt und das auch die teuersten Schiffe kaputt gehen und deren Reparatur dann um einiges tragischer ist.

Und noch ein irrer Zufall hat sich nach meiner Rückkehr herausgestellt- mein Sohn hatte sich für sein Praktikum in Norwegen, Spanien oder Italien beworben und wurde tatsächlich an der Uni in Barcelona angenommen! Ich werde also nicht das letzte Mal dort gewesen sein…

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