Einmal Mittelmeer retour

Fast 4 Jahre habe ich gebraucht um das Mittelmeer zu durchqueren und nicht einmal 4 Monate wieder retour. Eine wirklich schöne Zeit liegt hinter mir, ich habe mir fast alle Länder ansehen können und habe mich in dem einen oder Anderen sogar so wohl gefühlt, dass ich mir hätte vorstellen können dort zu leben. Ich habe wundervolle Menschen kennen gerlernt, hab mein Herzchen an den einen oder anderen verschenkt, bin auf den verschiedensten Booten mitgefahren und werde meine große Liebe die VEGA niemals vergessen oder aus den Augen verlieren. Nicht einen Tag bereue ich, nicht eine geweinte oder gelachte Träne. Ich bin so voll von Erinnerungen und erlebten Abenteuern, aber mein Fernweh ist stärker und so treibt es mich weiter, hinaus in die Welt. Mir ist schon etwas mulmig zumute, denn all die Kontakte die ich im Mittelmeer knüpfen konnte, nutzen mir nun nichts mehr, ich fange quasi wieder von vorne an.

Obwohl das auch nicht ganz stimmt, denn ich durfte ja in den letzten 6 Wochen bei www.sea-change-segeltörns.com mitsegeln und habe mich rundherum wohl gefühlt. Auch sie fährt, allerdings mit einer Exclusivcrew, über den Atlantik. Der Eigner hatte meinen Hilferuf auf Facebook gelesen, als ich in Olbia von der Moody 45 floh und rief mich spontan an, dass noch ein Platz bei ihm frei wäre und ich gerne mit ihm mitsegeln könne. Was für ein Glück das war, kann ich bis heute kaum fassen, zumal er mir sogar von sich aus HgK + Bordkasse anbot. Ich bin ihm sehr dankbar dafür und hoffe, wir bleiben auch weiterhin in Kontakt, denn es folgte eine wunderbare Zeit.

Ich fuhr also mit Bus und Bahn nach Cagliari hinunter und checkte keine Woche nach meiner Flucht auf der Sea Change II ein. Natürlich lag es nicht nur an der großartigen Crew, dem wirklich geräumigen Schiff, einer Bavaria 55, sondern auch an der sehr angenehmen Art des Skippers, das es mir so gut gefiel. Wir lagen sofort auf einer Wellenlänge, hatten unendlich viel Spaß und eine wirklich schöne und entspannte Zeit. Von Cagliari segelten wir also über ein paar Buchten, hinüber nach Menorca und dann wiederum nach Mallorca. Die meiste Zeit hatten wir Glück mit dem Wetter, so das wir zu 70% segeln konnten und ich auch endlich mal wieder unter Gennaker (diesem großen bunten Segel), in der Hängematte liegend, über die Meere rauschen konnte. Das ist leider nicht so oft möglich und auch nicht ganz so einfach, aber unser Skipper beherrschte es perfekt. Ich lernte wieder sehr viel, auch wie ruhig und besonnen ein Manöver vonstatten gehen kann und ich perfektionierte eine spezielle Wurftechnik der Leinen beim anlegen, so das ich nie wieder einen Marinero brauchen werde.

Auf Mallorca wechselte dann nicht nur die Crew, sondern auch der Skipper, der sich fortan “mein Lieblingsskipper” nennen darf. Ich habe ja nun in den letzten Jahren schon einige Skipper erlebt, aber jemanden mit solchem Erfahrungsschatz, einer Ruhe die wohltuend umsich greift und einer Sicherheit die, bei egal welchen Schwierigkeiten, ihresgleichen sucht, habe ich noch nicht erlebt. Ihr findet ihn unter www.bresewind.de und ich kann ihn sowohl bei Veranstaltern, als auch bei Gästen nur wärmstens empfehlen, obwohl er meine Empfehlung wohl kaum brauchen wird. Zwinkerndes Smiley Wir segelten also hinüber zu Spaniens Festland und ich konnte mir noch einmal die wirklich schönen Städte Calpe und Cartagena anschauen, neue Eindrücke in Alicante und Benalmadena sammeln und mich von Freunden in Almerimar und Gibraltar verabschieden. Ein weiteres Highlight war natürlich, dass mich mein Sohn ab Benalmadena begleitete und mit mir und drei weiteren Crewmitgliedern, die Überfahrt auf die Kanaren antrat.

Auch wenn der grausame Fund gleich zu Beginn dieser Überfahrt, all unsere Vorfreude darauf trübte, schweißte es uns dennoch zusammen. Denn leider spielte das Wetter verrückt, keine der Vorhersagen traf ein, statt angekündigten 25kt aus Nordwest, bekamen wir 35kt aus Südwest natürlich genau gegenan, sodass wir ordentlich durchgeschüttelt wurden und selbst dem härtesten Seemann flau im Magen wurde. Wir wechselten die Wache in 4 Stundenschichten in rollendem System, so dass es nicht langweilig wurde. Und nachdem wir uns an all das gewöhnt hatten, schafften wir es sogar die eine oder andere Freiwache nicht schlafend zu verbringen. Ansonsten war es eine fast normale Überfahrt, die Starterbatterie versagte aus unerfindlichen Gründen ihren Dienst, aber zum Glück hatten wir MacGyver on bord, der aus dem Landladekabel ein Sarterkabel zur Generatorbatterie bastelte und auch das herunter gerutschte Gelenk des Ruderanlagekolbens war letztendlich mit einer Unterlegscheibe besser repariert als mir der provisorischen Strippe. Ich möchte wirklich einmal erleben, dass etwas nicht kaputt geht an so einem Boot… man wird ja wohl träumen dürfen.

Nach 5 Tagen und 10 Stunden landeten wir dann also auf Lanzarote an und gönnten uns erstmal einen Tag Pause um uns, das Schiff und unsere Wäsche zu waschen und einige Kleinigkeiten, wie ein Riß im Vorsegel zu nähen und einen verloren gegangen Relingdrahtspanner zu ersetzen. Mein Sohn hatte zwar seinen Flug verpasst, aber zum Glück sind die Flüge von den Kanaren ja recht günstig, so dass er noch beinahe rechtzeitig zu seinem Job als studentische Aushilfe zurück kam und nun seine Bachelorarbeit fortführen kann. Wir haben diese gemeinsame Zeit sehr genossen und er kann sich nun noch viel besser vorstellen, was mich an diesem Leben so sehr fasziniert und wie stolz man darauf ist, so eine Überfahrt gemeistert zu haben. Das nächste mal werden wir uns wohl erst in einem halben Jahr wiedersehen, aber zum Glück gibt es ja soziale Medien. Der 30 Stündige Schlag hinüber nach Gran Canaria, vorbei an Fuerteventura, war dann beinahe ein Katzensprung und für uns erprobten Langfahrer trotz mehrfacher Gewitter, deren Blitze uns das eine oder andere mal haarscharf verfehlten, beinahe erholsam.

Nun habe ich also 1916sm mehr auf meiner Seemeilenuhr und taste mich langsam heran an lange Strecken ohne Land in Sicht. Nach einer Woche Verschnaufpause in Las Palmas und einigen längst überfälligen Zahnarztbesuchen, geht es für mich dann weiter mit der Fähre nach La Palma, wo ich auf der sagenumwobenen MARLIN einchecken werde. Ich bin sehr gespannt auf deren Eigner und freue mich auf die Geschichten, die dieser sturmerprobte Weltumsegler, von seinen bisherigen Reisen, zu berichten hat. Aber natürlich freue ich mich auch auf die Kapverden, die so ganz anders als das sein werden, was ich bisher kennengelernt habe. Wenn alles klappt und wir uns verstehen, werde ich für weiter 4 Wochen auf den Kapverden bleiben und dann den Sprung mit ihm über den Atlantik wagen, ich könnte mir kein geeigneteren Umstände dafür vorstellen, ein Schiff das dafür gebaut wurde und ein Skipper der die nötige Erfahrung hat. Wie es dann in der Karibik weitergeht, steht noch in den Sternen… ich bin von der Sea Change II ja nur beurlaubt und nicht entlassen und könnte natürlich wieder auf ihr einchecken, aber will ich wirklich schon im nächsten Jahr wieder zurück nach Europa? Skipperaufträge hätte ich schon jetzt genug, aber ersteinmal schauen, wie weit meine Reisekasse ohne zu arbeiten reicht Erstauntes Smiley denn die Karibik wird ganz sicher teurer als Europa und ganz umsonst komme ich mit der MARLIN nun doch nicht über den Atlantik. Es bleibt also spannend…

Europa ist ein Arschloch

Eigentlich wollte ich ja meinen Blog Politikfrei halten, aber das geht nun nicht mehr Trauriges Smiley

Seit 4 Jahren reise ich nun schon durch das Mittelmeer. In Spanien erhielten wir Funksprüche, das kleine Boote mit bis zu 30 Menschen an Bord gesichtet wurden und wir Ausschau halten sollten. Wir sollten auf keinen Fall zu dicht heranfahren, sondern nur die Position durchgeben, es würde Hilfe kommen. Als ich durch Italien reiste, schwammen mir Turnschuhe am Strand entgegen und ich hoffte inständig, das kein Fuß mehr darin steckte. Im letzten Winter war ich auf der Lifeline, sprach mit den freiwilligen Helfern und hörte schreckliche Berichte. Berichte von Schüssen der Libanesischen Küstenwache auf die kleinen Boote. Berichte über sterbende Menschen, die keine Chance hatten gerettet zu werden. In Griechenland sah ich die ans Ufer geschwemmten Rettungswesten und zerschellten Schlauchboote. Nun verließ ich das Mittelmeer und war froh, nicht noch direkter mit dieser humanitären Katastrophe konfrontiert worden zu sein.

Und doch erfüllte sich einer meiner tiefsten Albträume während der Überfahrt von Gibraltar auf die Kanaren. An uns vorbei schwamm, 12sm vor Tanger, eine dieser orangen Feststoffwesten… darin ein Körper… tot.

Unser Skipper leitete umgehend ein Mann-über-Bord-Manöver ein. Zum Glück konnten wir wetterbedingt nur Motorsegeln und die Wellen waren nicht all zu hoch, also Segel bergen, der Motor war eh an, abdrehen und zur verunglückten Person fahren. Es stellte sich heraus, das der Körper einem junger Mann gehörte. Seine Turnschuhe hatten soviel Auftrieb, das sie die Füße trugen, deshalb sah ich ihn schon von weitem. Dann ging alles ganz schnell. Wir ließen die Badeplattform hinunter und ich fischte nach der Schwimmweste. So paradox es auch klingt, aber ich hatte Angst ihm weh zu tun. Ich band eine Festmacherleine an der Weste fest, so dass sie nicht von uns wegtreiben konnte. Gleichzeitig setzte unser Skipper einen Notruf ab und bat erst die spanische und dann die marokkanische Küstenwache um Hilfe.

Dann passierte 2 Stunden lang nichts. Die Sonne ging unter als wenn nichts passiert wäre und wir trieben Richtung Marokko, im Schlepptau einen toten Menschen. Dann endlich kam ein Schiff in Schleichfahrt auf uns zu, es war nicht auf dem AIS zu sehen und war plötzlich einfach da. Wir banden den Festmacher los und sie nahmen den toten Körper an Bord. Zum Glück konnten wir unsere Fahrt umgehend fortsetzen, es wurde uns nur gedankt und das Militärschiff entfernte sich genauso geräuschlos, wie es gekommen war.

Menschen sterben im Mittelmeer, ich habe einen gesehen. Zum Glück trieb er bäuchlings, so dass wir sein Gesicht nicht sehen konnten. Dennoch bin ich bin froh, dass wir ihn gefunden haben und seine Familie nun wenigstens Gewissheit hat. Aber dieses Bild werde ich nie wieder aus meinem Kopf bekommen und es ist eine Schande, das alle weggucken! Ich schäme mich für Europa! Ich schäme mich Europäerin zu sein!

Erster Anlauf Atlantik

Ich habe einen Traum – ich möchte gern meinen 50. Geburtstag in der Karibik feiern. Dazu muss ich aber auch dort irgendwie hinkommen. Das ich nicht fliegen werde, sollte jedem meiner Freunde und Leser klar sein, deshalb schau ich mich ja nun schon seit längerem nach einer Mitsegelgelegenheit um. Plan A – B – C sind am laufen, wichtig für mich ist mit jemandem zu segeln, den ich vorher schon kennengelernt habe. Ob ich nun HgK oder gegen einen Unkostenbeitrag oder gar gegen Bezahlung dort hinüber komme, ist für mich tatsächlich zweitrangig. Ich muss mich wohlfühlen, denn 3 Wochen non stop 24/7 auf engstem Raum mit Menschen zu verbringen, bei denen die Chemie nicht stimmt, ist gedanklich schon ein Graus. Aber ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten 2 Monaten jemanden finden werde, der mich gerne mitnimmt und meine Arbeit, mein Wissen und meine Erfahrung zu schätzen weiß.

Mein erster Anlauf ist tatsächlich schon nach 5 Tagen gescheitert. Im Vorfeld wurde rege telefoniert und geschrieben, das Boot eine Moody 45 DS schien sehr komfortabel und mit noch nicht einmal 10 Jahren gut in Schuss. Der Eigner, auch ein Ossi, aus Potsdam hatte schon mal den selben Humor, genügend Seemeilen und mit einer schon erlebten Atlantiküberquerung auch scheinbar genug Erfahrung. Ich reiste also von Korfu 36 Stunden mit Fähre, Bus und Taxi nach Neapel. Meine Reisekasse wurde mit 130,-€ gut gebeutelt, ganz zu schweigen von meinen Nerven durch entstandenen Schlafmangel Zwinkerndes Smiley In Neapel angekommen, wollte man mich erst einmal nicht auf das Tankstellengelände lassen und das obwohl die Tankrechnung nicht gerade gering war. Erst nach guter Zurede und viel italienischem Palaver, war es dann möglich an Bord zu gehen. Die ersten Tage waren sehr schön und erholsam, wir fuhren zu viert über die kleinen Inseln Procida und Ventotone nach Ponza, verbrachten die Abende in kleinen Restaurants mit Livemusik und leckerem italienischen Wein. Tagsüber konnten wir hervorragend segeln, obwohl der hohe Decksaufbau der Moody schon sehr gewöhnungsbedürftig war, denn man konnte weder die Segelstellung sehen, noch den Ankerman am Bug, es war also eher ein erahnen. Auch war die viele Elektronik neu für mich, automatische Winschen und selbst der Anlasser/ die Steuerung war elektronisch, so das man den einmal ausgegangenen Motor nicht so einfach wieder starten konnte. Jedes Boot ist eben anders und nach drei Tagen an Bord, hatte man die ersten Fauxpas wie eingeklemmte Schotenden in den Winschen hinter sich. Auch hatte ich mein erstes Gewitter auf See unbeschadet überstanden.

Nach einem kleinen Zwischenstopp in Anzio sollte es dann 36 Stunden hinüber nach Olbia gehen, um dort die nächsten 4 Gäste abzuholen, auch wenn das Schiff dann mit 7 Personen überbelegt sein würde. Ich hatte ja im vorhinein genug Werbung gemacht, so dass das Boot seit Wochen gut belegt war und der Eigner, nachdem seine Freundin ihn verlassen hatte, nicht allein fahren musste, die anfallenden Kosten zudem auch gedeckt waren. Für mich sind solche Freundschaftsdienste, natürlich ohne Provision, selbstverständlich und bisher wurden sie auch gern angenommen und geschätzt. Leider nicht in diesem Fall, denn aus der eigentlich sogar schriftlich vereinbarten HgK Mitsegelgelegenheit, sollte nun plötzlich eine zu bezahlende Koje werden. Das sorgte meinerseits natürlich für Unverständnis, mein Einsatz mit der Vermittlung der Gäste, war getan und vereinbart ist vereinbart! Wie sollte ich selbst als Skipperin Geld verdienen, wenn ich auf diesem Schiff war, zumal solche Aufträge meist langfristig organisiert sind. Ich merkte also recht schnell, dass es hier aufs Geld verdienen hinauslief und nicht ein angenehmes miteinander segeln erwünscht war.

Dieser Eindruck vertiefte sich dann auch, denn am zweiten Tag fernab des Festlandes schlug die Stimmung um. Der Ton wurde rauer, lauter und sogar beleidigend. Ein aufziehendes Gewitter in der Ferne wurde heruntergespielt und da ich bekennende Frührefferin bin, wurde meine Idee die Segel schon jetzt zu reffen, pro forma abgeschmettert. Auf anderen Schiffen wurden meine Mitarbeit und Erfahrungen bisher gern angenommen, so nicht dort, ich hatte eher das Gefühl, dass genau das Gegenteil getan wurde. Es wurde schnell offensichtlich, das der Eigner ein Problem damit hatte, das ich als Frau schon selbst geskippert hatte und das obwohl ich mich sehr zurückhielt, da ich das ja spürte und der Skipper schließlich der Chef ist. Doch eigentlich war vereinbart, dass ich das Schiff zukünftig, in den Zeiten wo der Eigner nicht anwesend war, sogar selbstständig als Skipperin führen sollte, bis dahin war meine Funktion an Bord Coskipperin. So war es jedenfalls vereinbart.

(Klick zum Video)

Es kam wie es kommen musste, die erste Walze erwischte uns während des Essens, so dass eben dieses quer durch den Salon segelte. Der Autopilot setzte aus, so stark war die Böe und niemand war am Steuer. Dann wurde es plötzlich hektisch und der einsetzende Platzregen verbesserte die nicht mehr vorhandene Sicht nicht wirklich. Da ich nichts vorbereiten durfte, kein Polster weggeräumt waren, selbst die Handtücher noch im Cockpit hingen, vergingen wertvolle Minuten um nun doch endlich mal zu reffen, denn schon sollte die zweite Böe kommen. Die Crew hatte die Rettungswesten zum Glück selbstständig angelegt, nur der Skipper turnte, mit der Bemerkung- die Rettungsweste würde bei Regen nur auslösen, ohne am Steuer herum. Für mich war schon nach dieser Aktion klar, ich würde nicht alt auf diesem Schiff werden. Das bestätigte sich dann auch im laufe der Nacht, der Wind brieste Mitternacht wieder merklich auf und wechselte die Richtung, so das eine Wende unabdingbar war. Wir beiden Mädels hatten die Hundewache und schafften die Wende, auch dank der Elektrowinschen, ganz allein, was für mich ja sonst auch Normalität ist, denn hauptsächlich bin ich ja nur zu zweit gesegelt. Doch plötzlich schoss der Skipper ins Cockpit und brüllte herum, was wir denn tun würden, bei dem Krach könne ja niemand schlafen. Ich wunderte mich mittlerweile über nix mehr und als er dann eine Stunde später wieder wütend nach oben kam, weil wir bei 23kt. wagten zu reffen, zählte ich nur noch die Stunden das Schiff verlassen zu können. Es war zu offensichtlich, dass in diesem Fall bei zwei Skippern, einer zu viel war.

Nach 187sm und 43 Stunden liefen wir in Olbia ein, ich organisierte auch sofort online meine nächste Bleibe und verließ am nächsten Morgen das Schiff. Unzählige Nachtfahrten habe ich nun schon hinter mir, ein ungeschriebenes Gesetz ist nun mal, dass der der am Steuer sitzt auch die Entscheidungsgewalt hat, egal ob nun gerefft, gewendet oder einfach nur gesegelt wird. Zumal es bei diesem Vollautomatischen Boot nun wirklich kein Problem zu zweit war. Denn auch wenn der Skipper immer im standby ist, möchte man ihm ja gerade bei solch einfachen Manövern seinen Schlaf lassen. Ich bin froh mich nicht, wie andere Crewmitglieder vorher, verletzt zu haben und bin quasi recht glimpflich davon gekommen. Im Nachhinein war es eine gute Erfahrung, denn nicht auszudenken, wenn sich mir dieses Verhalten mitten auf dem Atlantik offenbart hätte und dafür war ja auch dieser Törn gedacht.

In Olbia bin ich nur 3 Tage geblieben, die Zimmerpreise dort sind unverschämt teuer, unter 40,-€ plus Servicegebühr ist dort nix zu bekommen. Deshalb bin ich schnellstmöglich nach Cagliari weiter gefahren um dort Plan B in Angriff zu nehmen. Dank Facebook habe ich nämlich tatsächlich noch am selben Tag das Angebot eines Charterskippers erhalten, HgK auf einer Bavaria 55, der Sea Change II, bis auf die Kanaren mitzufahren. Dort werde ich, wenn alles klappt, Ende Oktober ankommen. Leider ist er über den Atlantik ausgebucht, aber wer weiß Zwinkerndes Smiley Ansonsten habe ich ab den Kanaren schon (Plan C) ein Angebot der SY MARLIN, jahaaa ihr lest richtig, erhalten, auf dem Weg zu den Kapverden festzustellen ob ich mit ihr in die Karibik fahre. Vielleicht bin ich ja wirklich ein Sonntagskind. Und wenn doch nicht, verbringe ich den Winter eben auf den Kanaren, gibt schlimmeres…

Griechenland

Die Zeit vergeht wie im Fluge, vier Wochen Griechenland liegen nun schon wieder hinter mir. Nachdem ich die Türkei verlassen habe, bin ich mit dem Bus nach Thessaloniki gefahren. Ich hatte erst überlegt mit der Fähre zu fahren, aber ich wollte doch lieber schauen wie mir die Landschaft des griechischen Festlandes gefällt, nachdem ich doch einigermaßen enttäuscht von den kahlen griechischen Inseln war und ich wurde angenehm überrascht. Grün und saftig präsentierten sich mir die Berge die sich entlang der Küste erstreckten. Halt hätte ich noch gern in Kavala gemacht, einem kleinen Örtchen kurz hinter der türkischen Grenze, leider wusste ich nicht vorher, das es dort so bezaubernd ist. Die sechsstündige Fahrt war also recht kurzweilig, wenn auch im Vergleich zu den türkischen Preisen, mit 45,-€ verhältnismäßig teuer. Aber auch die Fähre wäre nicht billiger gewesen und sie wäre Nachts gefahren, ich hätte also nichts gesehen.

In Thessaloniki angekommen, fand ich wieder recht unkompliziert mein AirBnB Zimmer, dass dieses mal doch recht enttäuschend, aber mit 15,-€ pro Nacht das günstigste war, das ich finden konnte. Auf Europaletten schlafend, mit abgewohntem Bad und ebensolcher Küche, fühlte ich mich nicht sonderlich wohl, aber immerhin war das Zimmer zentral gelegen. Die Stadt ansich ist sehr hübsch anzusehen, an alten Steinen der Byzantiner, Römer und Griechen mangelt es nicht und so erkundete ich eine Woche lang die Gegend. Da es sehr heiß war, verließ ich meistens erst gegen 15:00Uhr mein Zimmer und nutzte die kühleren Stunden des Tages. Wirklich schön, fand ich die Altstadt, die natürlich wie immer auf einem Hügel, hoch über die Neustadt emporragte. Dort konnte ich beinahe allein umher streifen, da die allgegenwärtigen Touris wohl den Aufstieg scheuten, auch war der Blick über die Stadt von dort ober sehr beeindruckend.

Und schon ging es weiter nach Athen, dieser beeindruckenden Stadt der Antike. Dieses mal hatte ich für 14,-€ ein ganzes Appartement für mich ganz allein, gemütlich eingerichtet war´s, so dass es mir beinahe schwer viel mich aufzuraffen. Zumal ich dort etwas abseits wohnte, allerdings war das Zentrum mit der Metro oder dem Bus dann doch gut zu erreichen. Ich umrundete die Akropolis eine ganze Woche, wie die Katze den heißen Brei, und bestiegt auch deren Nachbarberg, doch schreckten mich die 20,-€ Eintritt doch zusehr ab, so dass ich bis zum letzten Tag mit mir haderte und letztendlich dann doch von einem Besuch abstand nahm. Dafür besichtigte ich Athens ersten Friedhof, der beinahe noch beeindruckender war. Enttäuscht war ich von den dortigen Parkanlagen, einst schön angelegt, verwildern sie nun, bewohnt von Obdachlosen und umherstreunenden Hunden. Dafür hatte ich direkt neben meinem Appartement einen kleinen Park mit einer sehr günstige Shishabar, die ich ein, zwei, dreimal aufsuchte. Sieben Tage waren also völlig ausreichend und ich trat die Reise zurück nach Korfu an, die wie alle Bustouren in Griechenland, wieder einmal 45,-€ kostete.

In der Marina Gouvia übernahm ich dann die Fryni, mein bisher neuestes Boot, eine Bavaria 45 Cruiser von 2014. Sie war demzufolge sehr komfortabel und leicht zu bedienen, was mir in meiner zweiten Woche auf ihr auch sehr zu gute kam. Doch erst einmal hieß ich 5 Leipziger Jungs willkommen, die es mir trotz männlicher Überzahl sehr leicht machten. So schön, schön war die Zeit, die wir lautstark singend und zum Glück auch segelnd hinter uns brachten. Ein kleines Highlight gleich zu beginn war die Segelyacht A, die vor Korfu in der Bucht lag und die wir eingehende bestaunten, denn wenn auch nicht sehr hübsch, ist ihre Größe doch sehr beeindruckend. Von Korfu über Paxos bis hinunter nach Preveza und wieder hinauf über das schöne Parga, die blaue Lagune und den Sonnenuntergang am Strand von Plataria, fuhren wir. Danke Jungs, es war mir ein Fest!

Die zweite Woche auf der Fryni war dann eine ganz Besondere, denn drei Tage vor Reiseantritt, sagten 4 Gäste geschlossen ab, ein Unfall/Krankheit war der Grund, nicht die Tatsache das ich die Skipperin war Smiley mit herausgestreckter Zunge Nun stand ich da, allein mit nur einer Gästin, die noch nie ein Schiff betreten hat. Aber wir beide machten uns eine tolle Woche, deren Strecke diesmal etwas kürzer ausfiel, aber dennoch nicht weniger schön war. Denn in Lakka auf Paxos kann man es gut auch zwei Tage aushalten und um so entspannter kehrten wir sicher und zufrieden am Freitag nach einem Abstecher wieder über Parga und Plataria in die Gouvia Marina zurück. Und wieder gab es eine Überraschung, denn ich durfte mich noch einmal von meinem Herzstück VEGA verabschieden und auch wenn ich nicht wirklich glaube sie zum letzten mal gesehen zu haben, nahm ich doch meine persönlichen Sachen an mich und schaute ihr sehnsüchtig nach…

Denn nun beginnt für mich wieder eine neue Etappe. Nun geht es fast die gleiche Strecke Richtung Westen zurück, die ich in den letzten vier Jahren gen Osten zurückgelegt habe. Von Neapel soll es nun über Sardinien, Korsika, Nizza, Barcelona, die Balearen, das spanische Festland, hinüber nach Marocco gehen um die Ocean Breeze, eine Moody 45 DS, auf die Kanaren und anschließend Kapverden über den Atlantik in die Karibik zu überführen. Ich hoffe wirklich, dass ich auf ihr gut aufgehoben bin und mich mit dem Eigner und wieder einmal wechselnder Crew arrangieren kann. Ich würde gern endlich länger auf einem Schiff bleiben können, aber habe natürlich auch längst wieder Plan A/B/C in petto. Es bleibt also wie immer spannend!

Sehnsuchtsland Türkei

Eigentlich… oder wie aus 10 Tagen, 6 Wochen wurden. Also, eigentlich wollte ich ja Inselhopping durch die griechische Ägäis machen. Ziemlich schnell wurde mir aber klar, das es mir, bei dem Gedanken weiter in Griechenland zu bleiben, gar nicht gut ging. Zum einen gefielen mir die Inseln, die ich mit der Dwarslöper erkundet hatte, so gar nicht, wir hätten auch die gesamten vier Wochen um ein und die Selbe fahren können, es wäre nicht aufgefallen. Die Städte waren nett, aber die Kargheit und auch die spröden Buchten hatten mich so gar nicht angesprochen. Ich war ganz einfach anderes gewohnt, weiße Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser, wie im Ionischen Meer, Mallorca, Ibiza oder Sardinien und saftig grüne Landschaft wie an der Code de´Azur, der Amalfiküste oder auf Sizilien. Zum anderen konnte ich es mir bei den derzeitigen griechischen Preisen gar nicht leisten, denn die Fähren sind unglaublich teuer und sowohl die Zimmerpreise als auch die Verpflegungskosten sind unverhältnismäßig hoch. Meine Facebook-Freunde haben es ja live mitbekommen und mich höchstwahrscheinlich für bekloppt erklärt, als alleinreisende Frau in der jetzigen politischen Lage in die Türkei zu reisen. Aber wenn man danach geht, dürfte man in gar kein Land mehr reisen, schon gar nicht nach Deutschland.

Ich hatte also gleich am ersten Tag in der Türkei beschlossen, vorerst nicht wieder nach Griechenland zurück zu kehren. Der Unterschied war so unbeschreiblich groß, diese Herzlichkeit der Menschen, die ganze Ausstrahlung und Gastfreundlichkeit, es hat mich einfach überwältigt. Oft merkt man erst, wenn man es wiederhat, wie sehr es einem fehlte. So erging es mir nach den grummeligen Griechen, die uns Deutschen die Schuld für ihre Misere geben und einfach nur unfreundlich und unnahbar sind, solange man sie nicht schon ewig kennt. Und so beschloss ich kurzerhand, mich beinahe 6 Wochen in türkischer Gastfreundlichkeit zu suhlen, die sich so vertraut nach meinem geliebten Sizilien anfühlte und beinahe nach zu Hause schmeckte. Ob es nun der Klang der Sprache, die Gerüche, die Mentalität, der Muezzin, die Shisha und so vieles mehr war, ich fühlte mich einfach rundherum wohl.

Gestartet bin ich also in Bodrum, einer kleinen quirligen Hafenstadt, die mich gleich beim verlassen der Fähre mit ihrem Labyrinthähnlichen Basar empfing. Er schlängelt sich quasi kreuz und quer durch die gesamte Stadt, so dass man irgendwann am Strand herauskommt und sich ein wunderbarer Blick in die Bucht von Bodrum eröffnet. Dort kann man bei Sonnenuntergang in den zahlreichen Bars und Restaurants essen, trinken oder Shisha rauchen. Der Hafen war übervoll von riesigen Güllets, diesen Hummelartigen Segelschiffen, die eigentlich gar nicht segeln können. Ich hatte über Airbnb ein Zimmer gebucht und fand mich in einer sehr zentral gelegenen, sehr sauberen, Pension wieder. Diese kleine Hafenstadt ist wirklich allerliebst und sehr zu empfehlen.

Danach ging es weiter nach Marmaris, einer touristisch sehr überlaufenen Hotelstadt, deren großer Charme, der Altstadthügel, genau neben der Marina liegt. Wiederum war mein Zimmer fast in unmittelbarer Umgebung der Altstadt, des Basars und natürlich des Meeres. Diesmal war ich privat untergebracht, in einem Dachgeschoßzimmer mit Terrasse und Blick über die Stadt. Dort wie auch in Bodrum war ich jeweils 5 Tage, die mir gut gefallen haben. Überrascht hat mich auch dort wieder, das man weniger Kopftücher sah, als in Berlin Kreuzberg. Die Frauen laufen mit Trägerkleidchen, sehr Figurbetont und modern durch die Straßen, mit Männern an ihrer Seite, deren Stolz man förmlich spürte. Dank der vielen, meist russischen, Touris hat man sich dort auf die Tättowierkunst spezialisiert und ich kam nicht umhin mir mein altes Tattoo durch 3D Kunst zu verschönern und durch ein/zwei Extras ergänzen zu lassen.

Weiter ging´s dann wieder mit dem Bus nach Denizli im Landesinneren, die drei Tage dort haben völlig gereicht, da ich als Europäerin schon sehr aufgefallen bin. Denizli ist eine sehr altbackene Stadt, in der ich das erste mal das Gefühl hatte, mir ein Tuch über die Schultern legen zu müssen. Auch wurden meine blonden Haare eingehend begutachtet, da dort wohl eher selten Touristen hinkommen. Aber ich war darauf ja eher vorbereiteter, als auf die Freizügigkeit in Bodrum und Marmaris, daher machte mir das wenig aus. Selbst ein sonst in der Schweiz lebender, gebürtiger Denizlier, den ich im Hotel traf, meinte dass Denizli nicht 20 sondern sogar 30 Jahre im Rückstand ist. Viel zu sehen gar es dort auch nicht, den einzigen Tipp den ich bekam, war  außer Pamukkale das erst neu erbaute Shoppingcenter, das mich ja nun herzlich wenig interessierte, ich zog den Basar der Einheimischen vor. So verbrachte ich die zwei Tage dort, mehr oder weniger in meinem klimatisierten Hotelzimmer, mit großartigem Frühstücksbuffet für 10,-€ pro Nacht, bis zu meiner Weiterreise.

In Eskisehir angekommen, wurde ich, obwohl auch im Landesinneren gelegen, wieder genauso vom Gegenteil überrascht. Diese Stadt hat zwei Universitäten und ist somit eine Studentenstadt, die sehr fortschrittlich, voller quirligem Leben und natürlich unzähligen Studenten ist. Abgesehen von der wirklich malerischen Innenstadt, die durch die unzähligen kleinen bunten Brücken, über den durch die Stadt fließenden Fluss, an Amsterdam erinnert, sind die Straßen gesäumt von Cafés, Kneipen, Bars, Restaurants und Fastfoodketten. Nicht unerwähnt sollte auch die, auf einem Hügel liegende, Alte Stadt Eskisheir nähe des städtischen Friedhofs bleiben, die zahlreiche Museen beherbergt und einen zurück ins letzte Jahrhundert katapultiert. Natürlich wohnte ich bei einer Studentin, die ein freies WG Zimmer vermietete und die mich mit Muttis selbstgemachten Weinblättern verwöhnte und täglich mit auf Partys nehmen wollte. Ich lehnte bis auf die Weinblätter und ihren leckeren Tee, dankend ab Zwinkerndes Smiley

Als nächstes fuhr ich nach Istanbul, dieser unglaublich riiiiesigen Stadt. Nur als Vergleich – Berlin hat 3,5Mio Einwohner, Istanbul 18 – 20Mio. Berlin 890km², Istanbul 1500km² Man kann sich also vorstellen wie schwer es ist ein Zimmer zu bekommen und dennoch nahm mich eine ganz zauberhaftes Irakisches Flüchtlingsmädchen bei sich auf und ließ mich in ihrem Bett übernachten, um selbst im Wohnzimmer auf der Couch zu schlafen. Es wird zusammengerückt im Morgenland und nicht zurückgewiesen wie im Abendland. Ich verlebte also ganz wundervolle 10 Tage in dieser unglaublichen Stadt, die übersprudelt von Leben, neuen und alten Sehenswürdigkeiten. Ganz besonders wird mir eine Nachtfahrt auf einem Ausflugsschiff auf dem Bosphorus in Erinnerung bleiben, zu der wir von einer befreundeten saudischen Familie eingeladen wurden. Diese Musik, das Essen, die wunderschönen Frauen ins glänzenden Gewändern… ich war berauscht von dieser Nacht, danke Sana!

Überwältigend war auch hier wieder, diese unglaubliche Gastfreundschaft, angefangen beim eiskalten Getränk oder auch Tee, den man überall ohne gefragt zu werden vorgesetzt bekommt, darüber das man sofort angesprochen wird, ob man Hilfe benötigt, wenn man auch nur mal etwas suchend umher schaut, und auch oft sogar dorthin begleitet oder gar gefahren wird. Als Frau bekommt man ungefragt einen Platz in der Bahn angeboten, auch ist es mir nicht nur einmal passiert, dass sogar meine Fahrkosten übernommen wurden, weil ich kein passendes Geld für den Automaten in der Metro oder im Bus hatte. Auch überraschten mich immer wieder die Preise – ich zahlte nirgendwo für eine Übernachtung mehr als 10,-€, ein Tee kostet im Schnitt 1,50TL = 0,26€, eine Fahrt mit dem Bus ca. 400km 6,- bis 8,-€, ein Döner zwischen 5,- und 7,-TL = 1,- bis 1,50€ usw. Es lebt sich also nicht nur gut, sondern auch sehr günstig in der Türkei.

Nun hatten es die nächsten Städte natürlich schwer, diesen Glanz von Istanbuls zu toppen, aber auch mein nächster Stopp in der niedlichen Stadt Bursa hatte ihren ganz eigenen Zauber. Eine alte Festungsmauer umgibt die Altstadt auf dessen Hügel der alte Osman begraben ist und wieder kam ich um den Basar nicht herum. Dieses mal bekam ich für die 10,-€ gleich mal ein ganzes Appartement, so das ich es gut aushielt und nach 3 Tagen weiter über Land nach Izmir fuhr. Wobei die Landschaft der Türkei zeitweilig echt unbeschreiblich war. Saftige Täler werden unterbrochen von felsigen Kluften, Pinienwälder so weit das Auge reicht und natürlich irrsinnig tolle Küstenabschnitte. Mit den Bussen dort fährt man also bequem und sehr luxuriös und trotz dieser geringen Preise gibt es immer Getränke und kleine Knabbereien gratis. Dort wird Service also noch ganz groß geschrieben.

In Izmir hatte ich über Empfehlung meines Sohnes ein ganz besonderes Hostel gefunden, das www.Shantihome.org oder auch die Villa Kunterbunt. Abgesehen vom farbenfrohen Ambiente, sind auch die Gäste bunt und vielfältig. So lernte ich einen Musiker aus Chile kennen, der die türkische Musik erleben und lernen wollte, eine Iranerin, die auch gerade geflüchtet war, eine lustige Kamerunerin, die täglich stundenlang lautstark telefonierte und noch so viele andere Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Es fiel sehr schwer sich aus der Shantifamilie zu lösen und auf Stadterkundung zu gehen, aber da ich mich dort mit den Eltern meiner Schwiegertochter verabredet hatte, schauten wir uns gemeinsam den Kültürpark, die alte Stadt Smyrna und die lebhaften Gassen Izmirs an. Ganz bezaubernd ist auch die Küste rund um Izmir, die wir mit dem Auto erkundeten und an der uns Uygar vom Shantihome ganz romantische Buchten und Strandbars zeigte. In Gedanken planten wir dort eine Shantibeach zu eröffnen Smiley mit geöffnetem Mund

Nach sieben Tagen ging es dann aber wieder weiter, über die alten Steine von Pergamon, nach Ayvalik. Meiner ganz persönlichen Lieblingsstadt in der Türkei. Dort könnte ich es mir tatsächlich vorstellen länger zu bleiben, zu genießen, einfach zu sein. Zauberhafte Gässchen mit, Handarbeitslädchen, Cafés, Kneipen, Bars in denen allabendlich musiziert wird. Direkt am Meer, mit einer vorgelagerten Insel, die mit dem Dolmus erreichbar ist und nicht weniger verzaubert. Zu alldem traf ich dort einen sehr liebenswerten Seglerfreund, den ich bisher nur von Facebook kannte und mit dem ich einen ganz wunderbaren Nachmittag verbrachte. Wenn es in Ayvalik ein Shantihome gäbe, mit meiner kleinen Irakerin Sana, ich würde den Winter dort verbringen. Aber, mich zieht es weiter…

Und so verabschiedete ich mich schweren Herzens, mit einem letzten Stopp in Canakkale, von meinem Sehnsuchtsland Türkei, um nach Griechenland zurück zu kehren. Auch wenn es mir diese Stadt auch wieder nicht leicht machte Abschied zu nehmen, denn die kleinen Gassen voller Leben und Geselligkeit werden mir echt fehlen. Es gibt so viele schöne Orte auf dieser Welt, doch auch wenn ich mich oft sehr wohl fühlte, war bisher noch keiner dabei wo alles passte und ich bleiben wollte. So muss ich weiter, nach Thessaloniki und Athen, da ich Mitte August noch einmal für 2 Wochen ab/an Korfu als Skipper gebucht wurde. Endlich wieder segeln und dann noch durch die saftig grüne Inselwelt und die türkisfarbenen Buchten des Ionischen Meeres. Auch ein schönes Ziel, wie ich finde Smiley mit geöffnetem Mund