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Ionisches Meer vs. Ägäis

Fast vier Wochen bin ich nun durch das Ionische Meer, einmal mit der VEGA auf dem Weg von Sizilien nach Korfu, gesegelt. Wir haben in der wunderschönen Bucht von Lakka geankert und haben ein paar Wochen in Benitsa in einem kleinen Hafen gelegen. Ich konnte mir die beeindruckende Stadt Korfu ausgiebig ansehen und habe eine Inselrundfahrt mit dem Bus gemacht und mich wiedereinmal von der Schönen verabschiedet, um dann mit der Cocco von Korfu über Paxos, Antipaxi, Lefkada, Meganisi, Kalamos und Kastos nach Astakos zu fahren. Türkisfarbenes Wasser, weiße Sandstrände, idyllische Buchten, unter strahlend blauem Himmel. Urige, einfach Stadtpiers statt moderner Marinas, Gastfreundschaft statt inflationär steigender Liegekosten, freies Ankern statt Bojenfelder. Und dazu die wunderschönen Inseln, die der Massentourismus noch nicht verdorben hat. Dort hat das Leben noch sein eigenes Tempo, dort dominiert sattes Grün statt karger Felsen. Mein Sohn und seine Freundin kamen mich besuchen. Wir haben am Strand gegrillt, am Lagerfeuer philosophiert, gesungen und Shisha geraucht, sind durch die beschaulichen Städte gestriffen, haben Pita und Gyros gegessen und natürlich frischen Fisch direkt vom Fischer, bevor wir mit dem Bus nach Athen fuhren damit sie zum Flughafen und ich zu meiner Fähre nach Kos kam. Aber wie in jedem Paradies, gibt es eben immer etwas nicht so schönes – wir konnten kaum segeln Trauriges Smiley das Ionische Meer ist eben eher Windstill.

Dahingegen waren die drei Wochen die ich von Ende Mai bis Mitte Juni auf dem Dwarslöper verbrachte ein seglerischer Hochgenuss. Die Eignerin, eine sehr liebenswürdige ältere Dame (83) und ihr wunderbarer Begleiter (75), die ich mit mehr Tat als Rat unterstützen durfte, ist eine echte Seebärin, die durch ihre 30jährigen Revier- und Segelkenntnisse, mit allen Wassern gewaschen ist. Ich bin das erste mal ganz bewusst bei 6-7 Windstärken gesegelt, mit kleiner Fock und gerefftem Groß und es fühlte sich toll an. Nicht einen Moment hatte ich ein unsicheres Gefühl, im Gegenteil, wir rauschten von Kos über Kalimnos, Leros, Levita, Amorgos, Paros, Naxos, Schinoussa, Astypalea wieder zurück nach Kos, Talendos nach Leros, mit 7-8 Knoten dahin. Selbst wenn einmal kein Wind angekündigt war, kam um irgendeine Ecke eine Düse oder Fallwinde, die uns die Segel hissen ließen, es war also eine wahre Segelfreude. Ein wirklich großer Unterschied war auch die Ausstattung der Schiffe, so hochmodern und bis unter die Zähne elektrisiert die Cocco war, so rustikal und manuell war der Dwarslöper. Aber die Handarbeit tat gut und die Eignerin will auch in Zukunft noch viel Liebe und auch Energie in ihn hineinstecken, damit ihre Mitsegler es zukünftig auch leichter haben. Ich kam zu alldem erstmals in den Genuss einer ursprünglichen Hand-gegen-Koje Gelegenheit, die zudem noch unausgesprochen stattfand. Denn eigentlich war Bordkasse vereinbart, aber meine beiden “Gasteltern” waren so sehr zufrieden mit mir, das ich letztendlich Kost und Logis frei hatte. Vielen Dank auch hier noch einmal dafür! Aber leider gab es wieder einen Wermutstropfen, denn landschaftlich gefällt mir die Ägäis nicht so sehr. Es gibt kaum bis gar kein Grün, alles ist karg, rustikal und felsig, bis auf Ziegen, die allerdings sehr lecker sind, gibt es kaum Getier, so dass die kleinen weißen Städtchen mit ihren engen Gässchen, der einzige optische Lichtblick in diesem Revier sind.

So habe ich also bisher nicht einmal 20 der 3000 Griechischen Inseln gesehen. Aber sie übertreiben auch gern, die Griechen Zwinkerndes Smiley denn laut Wiki sind: die tatsächlichen Ausmaße einer vollständig umspülten Landmasse für die Definition der Insel unerheblich. Selbst kleine Felsgebilde, etwa die Schären vor den skandinavischen Ostseeküsten oder Holme im Nordatlantik, gelten zumeist als Insel. Auch kleinste Motus von Atollen südlicher Ozeane sind demnach Inseln. […] Ob eine Landmasse von Menschen bewohnt wird, früher bewohnt war oder heute zumindest bewohnbar wäre, ist für die Einstufung einer Landmasse als Insel ebenfalls nicht von Bedeutung.

Deshalb werde ich noch ein wenig in dieser Ecke der Welt bleiben. Von Leros aus werde ich mit der Fähre nach Kos und dann nach Bodrum fahren, um dort ein paar Tage die türkische Gastfreundschaft zu genießen. Danach geht´s nach Marmaris und wieder zurück auf die griechischen Inseln Rhodos und Kreta. Wie es dann weiter geht, kann ich noch gar nicht sagen, vielleicht findet sich eine Mitsegelgelegenheit, oder aber eine Fähre nach Mykonos und Samos, um dann Ende Juli nach Izmir zu fahren und dort die Eltern meiner Schwiegertochter zu treffen und auch diese schöne Stadt zu erkunden. Aber all das steht noch in den Sternen, mal schauen was sich noch so alles ergibt und wie der Sommer sich gestaltet, ich bin gespannt Zwinkerndes Smiley