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Auf zu neuen Ufern

GlückDie ganze Zeit über hatte ich ja, wenn auch recht sporadisch, Kontakt zu A. (Jahrgang 1964), er war bis 2013 als Professor für Biotechnologie und molekulare Pflanzengenetik an Universitäten im In- und Ausland tätig. Darunter einige Male in Costa Rica und zuletzt viele Jahre in den USA. Nach seiner Scheidung nach fast 20 Jahren Ehe und drei Kindern begann er nach einer neuen Aufgabe für sein Leben zu suchen. Die Zwänge der institutionalisierten Lehre und die Restriktionen innerhalb der internationalen Forschungslandschaft hatten schon lange keinen Sinn mehr für ihn gemacht. Im Sommer 2013 war es dann soweit und er hat seinen Job in den USA gekündigt, um in die Ungewissheit eines neuen Lebens aufzubrechen. Dabei waren zunächst nicht mal konkrete Gedanken an eine Existenz als Segelvagabund vorhanden (auch wenn dies schon ein langjähriger Traum von ihm war). Er schien selbst sehr ernüchtert und unentschloßen was seine Zukunft betraf. Finanziell war er wohl bis zu seinem Lebensende abgesichert, aber das die Chance das Boot seines Vaters zu bekommen nun verpufft war, bedrückte ihn sehr, aber ich ließ nicht locker. Was hatten wir zu verlieren? Warum nicht gemeinsam ein Boot kaufen, das man sich selbst aussuchte und sich so herrichtete wie es uns beiden gefiel.

Und dann war es endlich soweit und wir hatten nach all dem hin und her endlich zusammen gefunden. Nach fast genau zwei Monaten skypen, schreiben und whatsappen, haben wir spontan festgelegt, dass es doch endlich an der Zeit ist uns kennen zu lernen. Denn man kann nur wissen wie sich etwas anfühlt, wenn man es versucht. Und so haben wir uns endlich auch real kennen- und mögen gelernt und kommen denke ich ganz gut miteinander aus. Nichts wildes, unbedachtes, sondern viel Respekt ist in unserem Umgang miteinander, Respekt der gut tut und die Seele streichelt. Es ist ein vorsichtiges abtasten des Anderen, ausloten und herangehen. Denn man muss ja erst einmal herausfinden wie es tickt, im Gegenüber.

Als nächstes wollen wir uns dann bereits ausgesuchte Boote ansehen. A. fährt nächste Woche in die Türkei und ich folge demnächst. Die Vorstellungen ähneln sich sehr und es gibt einige sehr schöne Exemplare in unserem Budget. Ich bin gespannt welches es wird und ob wir wirklich den Zeitplan schaffen im September schon ein wenig Probe zu segeln, um dann den Herbst und das Frühjahr zu nutzen und es uns heimisch zu machen. Schöne Träume entstehen da gerade, das Leben das wir uns beide vorstellen ist zum greifen nahe, nur noch ein kleiner Schritt trennt uns davon.

Und dennoch ist er groß genug um sich davor zu fürchten, oder ist es doch nur die Angst nicht die endgültige Courage zu besitzen. Aber vielleicht ist man sich selbst so sehr sicher und traut nur dem anderen nicht?

In einem Monat wissen wir mehr! Ich freu mich darauf!!!