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Winterlager

fb_img_1475670454502Nun sind also auch wir angekommen im Winterlager. Von Gibraltar aus, haben wir noch einen kurzen Stopp in Malaga eingelegt, um dort noch 2 Tage mit den Kindern, die aus Marokko wiederkamen, zu verbringen. Die Berichte waren bunt und voll des Lobes, so dass wir uns jetzt schon darauf freuen uns davon selbst zu überzeugen, auch wenn das noch ein paar Jahre warten muss. Malaga ansich ist auch eine schöne Stadt, sehr gepflegt und sauber, mit einer netten Altstadt und einer irren Burganlage “Alcazaba” aus dem achten Jahrhundert. fb_img_1475670504511Wie ein Labyrinth schlängelt sie sich den Berg hinauf und erinnert immernoch an einen maurischen Palast, in dem man quasi noch die Töpfe klappern hört. Leider wollten wir nicht länger bleiben, denn auch wir hatten nun die Mittelmeerpreise erreicht und bei 50,-€ pro Nacht, vergehen einem die Sightseeingtouren. Im Winter werden wir aber sicher noch öfter dort sein, die Burg alleine lohnt schon einen nochmaligen Besuch! Ansonsten ankerten wir noch ein paar mal und genossen einfach die Landschaft und die verbleibenden Badebuchten, nur in Motril mussten wir ein paar Tage einen Starkwind abwettern um dann schnurstracks nach Almerimar durchzufahren.

fb_img_1475670639860Almerimar ist eine künstlich angelegte “Luxusurbanisation”, wahrscheinlich mit EU Geldern gefördert, denn die Häuser stehen Großteils leer und auch die Marina ist nicht ausgelastet. Schade eigentlich, denn es ist ein wirklich nettes Örtchen, mit super moderaten Preisen. Wir haben hier alles was man braucht- von Restaurants, Geschäften über einen Supermarkt, sogar eine Fitnessstrecke am Meer entlang, ein Schwimmbad in einem Hotel und ein Golfplatz ist nebenan. Am sympathischsten ist aber die hiesige TO-Stützpunktleiterin, die uns gleich am Tag unserer fb_img_1475670619167Ankunft willkommen geheißen hat. Unabhängig von ihrer Herzlichkeit, gibt es nichts was sie nicht besorgen oder organisieren kann und somit werden unsere geplanten Arbeiten schnell Fortschritte nehmen und da gibt es einiges zu tun! Als erstes wollen wir die Batterien aufstocken, wo bisher 200Ah als Verbraucher vorhanden waren, wollen wir zusätzlich zur Starter-, Ankerwinsch/Bugstrahlruderbatterie noch 4 x 100Ah als Verbraucher nachrüsten. Sollte das nicht reichen bzw. die Ladekapazität der Solarpanelle nicht ausreichen, werden die auch noch aufgestockt. Des weiteren wollen wir den viel zu kleinen Einstieg am Heck vergrößern und gleich eine Badeplattform incl. Leiter anbringen. fb_img_1475670582878Dann müssen die Dichtungen des WCs erneuert und ev. die Auslässe versetzt bzw. die Seeventile erneuert werden. Die Hydraulik der Steueranlage muss überprüft werden und wir denken über einen Pinnenpilot für unser Notruder nach. Lazyjacks fürs Groß wären noch toll, das Dingi muss endlich dauerhaft geflickt werden, ein neuer Außenborder muss her und das Deck soll komplett abgeschliffen und versiegelt werden. Uns wird also ganz sicher nicht langweilig über Winter Smiley mit herausgestreckter Zunge

fb_img_1475670601182Wir wurden oft gefragt warum wir nicht gleich in die Karibik weitersegeln und wir haben viele Gründe das noch nicht zu tun. Nach knapp 2500sm haben wir genug Erfahrung gesammelt um einschätzen zu können, dass noch eine Menge am Schiff optimiert werden muss. Wir wollen einfach sicher gehen, dass wir auch dort drüben ankommen. Abgesehen davon ist das Mittelmeer einfach viel zu schön um es auszulassen, denn wer weiß ob wir je wiederkommen wenn wir einmal den Duft der großen weiten Welt geschnuppert haben. Außerdem sind unsere Kinder noch in einem Alter, wo sie schnell nochmal Rat und Tat benötigen oder einfach nur Sehnsucht nach uns haben, sfb_img_1475670558047o dass ein Flug mal eben schnell und kostengünstig zu bewerkstelligen ist. Auch bekommt man hier noch relativ unkompliziert alle Ersatzteile oder kann sie sich aus Deutschland schicken lassen, da drüben ist das dann nicht mehr so einfach. Wir müssen ja nicht hetzen, schließlich haben wir Zeit und wenn wir in 1-2 Jahren über den großen Teich aufbrechen, auch genug Erfahrung um uns dieser Herausforderung zu stellen.

fb_img_1475670626469Jetzt noch ein paar Zahlen für die Neugierigen… wir sind, wie oben schon vermerkt, genau 2460sm in 5 Monaten, also 152 Tagen, durch 6 Länder gesegelt. Wir haben 2936,68€, also im Schnitt 587,34€ im Monat/19,32€ pro Tag, allein für Liegegebühren ausgegeben. Für den Winter zahlen wir nur 1267,-€ fürs halbe Jahr, das ist moderat und für die anstehenden Optimierungsarbeiten unabdingbar. Im nächsten Jahr muss/wird sich das aber gravierend ändern, wir werden versuchen viel mehr zu ankern und autark zu leben. Mit den geplanten Lebens- und Genussmitteln hingegen sind wir gut ausgekommen, mit 3036,74€ also ungefähr 600,-€ im Monat für zwei, zeitweilig auch drei oder zuletzt sogar vier Personen incl. Essen gegen, ist das völlig okay. Für Diesel haben wir, dank der widrigen Wetterbedingungen im Atlantik, insgesamt 1161,93€ ausgegeben, das ist mit 232,39€ im Monat schon recht viel, aber im nächsten Jahr müssen wir dann ja nicht mehr irgendwo ankommen, haben kaum Herbststürme und schwierige Strecken zu bewältigen, so dass wir versuchen werden vorrangig zu segeln. dsc_0786Der Posten Internet/Telefon, Wäsche und Seekarten, mit 572,18€ also 114,44€ im Monat, wird hingegen bleiben bzw. hier in Almerimar wohl sogar teurer werden, da wir die Wäsche ins Waschzentrum geben müssen und kein bzw. nur sehr teuren WLAN hier haben, also über SIM-Karte ins Internet gehen müssen. Bei Seekarten schwört der Seebär auf Papier, deshalb wird auch das sich nicht ändern, aber wir versuchen sie gebraucht wieder zu verkaufen, wer also Interesse hat: ebay. Ersatzteile, Zubehör und Versicherungen lassen sich wohl auch in Zukunft schwer minimieren, so das wir mit den bisherigen 2371,70€ wohl auch in Zukunft werden leben müssen. Wir werden also ab diesen Monat hoffentlich nicht mehr um die 1900,-€ ausgeben müssen, da sich sowohl die Liegegebühren als auch der Diesel verringern werden. Ziel ist es auf insgesamt 1000,-€ im Monat zu kommen, mal schauen ob wir das bis Ende nächsten Jahres hinbekommen Zwinkerndes Smiley ich bin dank meine Mittelmeererfahrungen aus dem letzten Jahr ganz zuversichtlich!

20161005_124128-11Zum Schluss noch ein paar Worte über all die lieben Leute die wir unterwegs kennenlernen durften- es ist schon ein ganz besonderer Schlag Mensch. Die Einen die nur ein paar Monate auf ihrem Schiff verbringen, andere wiederum leben ganzjährig darauf und bereisen die Welt, oder auch immer wieder mal. Oft kommen die Frauen nur zeitweilig hinzu, weil das Haus/Kinder/Tiere noch versorgt werden müssen, meist aber ist es der Traum der Männer, den die Frauen mit unterstützen. In jedem Fall sind sie rastlos, von Fernweh gebeutelt und spontan. Allein die deutsche Flagge reicht aus, um sich auf ein Bier einzuladen und die bisherigen Erlebnisse, Tipps und Tricks auszutauschen. Sehr spannende Gespräche haben wir geführt und wir freuen uns sehr auf noch viele weitere!

Algarve -> Andalucia

14211994_1227053957315933_7834813252041929658_nDie Algarve begrüßte uns stürmisch und unvergessen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Kaum waren wir ums Eck, da brieste es von angenehmen 4Bft aus West auf reißerische 7-8Bft auf. Wir refften sofort was das Zeug hielt, aber die Gorch Fock ist eben keine Rennziege, sie lässt sich bei Starkwind nicht mehr steuern, so dass wir die Segel bergen mussten. Also Motor an und die letzten 2sm schnell in die angezielte Ankerbucht motoren. Soweit der Plan.. natürlich verhakte sich die Rückholleine der Genua mal wieder, dafür sprang der Motor aber artig an, nur qualmte es aus dem Motorraum so, dass ich beinahe den Feuerlöscher aktivieren wollte. Außerdem konnte ich nicht mehr Gas geben, der Hebel lag aber komplett auf dem Tisch. Ich sah uns schon die Seenotrettung anrufen, als der Seebär rußgeschwärzt und fluchend aus dem Motorraum kam und Entwarnung rief. Es war mal wieder eine Verkettung widriger Umstände, dass der Luftfilter total verstopft war und zudem noch der Abgasschlauch einen Riss bekommen hatte. 14225412_1226124420742220_1089302892159806152_nSobald also der Filter abgeschraubt und die Schlauchschelle nachgezogen war, konnte ich wieder Gas geben und es qualmte auch nicht mehr. Dennoch konnten wir nur mit 1-2ktn in die Bucht schleichen, da der Capeffekt voll zuschlug und wir Wind und Strömung mit voller Wucht von vorne bekamen. Auch in den nächsten Tagen flaute es nicht ab, so das wir ersteinmal abwettern mussten. Dafür wurden wir durch den wunderschönen Anblick der Höhlen und Felsformationen der Algarve belohnt, als wir Richtung Albufeira schipperten. Was für eine Wohltat, nach der doch recht langweiligen portugiesischen Atlantikküste.

In Albufeira nahmen wir dann auch die Kinder an Bord, ab jetzt konnten wir es auch langsamer angehen und kürzere Strecken fahren. Waren bisher 30-40sm unsere normale Tagestrecke, so planten wir nur noch mit 15-25sm damit wir uns ein wenig die tolle Landschaft genauer ansehen konnten. Die erste Lagune bei Faro in Olhao war auch schon so herrlich, das wir das erste mal vom Boot ins Wasser sprangen. Bisher war das Wasser, mit seinen 12-14°C immer zu kalt, so dass ich in Albufeira das erste mal überhaupt auf unserer Reise am Strand baden war. Allerdings kam so nun wieder ein neuer Punkt auf unserer Winterlagerliste hinzu – unsere Badeleiter taugt nicht wirklich etwas. Bei knapp einem Meter Schiffshöhe müssen wir ev. am Heck eine Badeplattform anbringen, sonst ist es alles andere als ein Badespaß. Allerdings ließen wir uns nicht davon abhalten in Sancti Petri wiederholt einen ausgedehnten Badestop einzulegen, der aufkommende 14330103_1234356903252305_8608179319712471374_nStarkwind beruhigte dann unser schlechtes Gewissen auch schnell Zwinkerndes Smiley Die kleinen, wirklich schönen, Orte an denen wir zwischendurch übernachteten, verblasten als wir dann Cadiz sahen. Was für eine zauberhafte Stadt! Allein das sie auf eine Halbinsel vorgelagert ins Meer ragt und von einem wundervollen Parkähnlichen Mauerstreifen umgeben ist, macht die wirklich gut erhaltene Altstadt noch bezaubernder. Die beiden Tage die wir dort verbrachten, waren bei weitem zu kurz um tatsächlich alles zu sehen. Aber sie kommt auf meine persönliche Lieblingsstadtliste gleich hinter Porto!

14199247_1231032440251418_3431317299416564688_nNun hatten wir in Chipiona, kurz vor Cadiz meine Freundin an Bord genommen, die für 8 Tage mit uns mitreisen wollte. Die Kinder wollten noch einen Abstecher nach Marokko machen und wir vor den Herbststürmen um Gibraltar herum sein, also Leinen los und weiter. Bis nach Barbate waren es dann auch nur noch ein paar Meilen, nur leider nach Tangier schafften wir es nicht, dabei hätte ich doch gern ein wenig Nordafrikafeeling mitgenommen. So machten sich also die Kinder per Bus auf zur Fähre und verbrachten die nächsten 8 Tage damit Marokko zu erkunden. Wir hingegen fuhren weiter Richtung Osten. Eigentlich wollten wir in Tarifa zwischenstoppen, aber der Wind aus West und die Strömung von achtern schoben uns quasi mit 8-9Bft durch die Straße von Gibraltar. 14344362_1241026645918664_5108589038871184223_nSo schnell waren wir noch nie – 38sm in 5,5h Erstauntes Smiley Nachdem wir dann meine Freundin in Algeciras zum Bus gebracht hatten, waren die 5sm nach Gibraltar hinüber also quasi ein Katzensprung, so das wir nur durch die dort ankernden Frachter Slalom fahren mussten und dort tatsächlich von einer Schule Delfine begrüßt wurden. Die mussten bei all dem Lärm der Frachter, Fähren, Motorboote und Jetskis völlig durchdrehen, wieso leben die da freiwillig?

14368712_1239954972692498_6504126405434507501_nGibraltar ist tatsächlich beeindruckend, nicht nur der Fels ansich, sondern auch die Mischung aus very old british und spanisch. Wir bestiegen the Rock natürlich, wurden uns doch im vorhinein Affen angekündigt. Leider fanden wir aber keinen Bergführer und machten uns allein auf den Weg. Die Futterstellen fanden wir dann auch, nur von Affen war weit und breit nichts zu sehen. Das einzig wirklich Schöne war der Ausblick von dort oben über die Bucht von Gibraltar. Wir stiegen also bei 40°C im Schatten unverrichteter Ding hinab und belohnten uns mit Fish & Ships und “Magners”, einem englischen Cidre mit Beerengeschmack. Von der Altstadt waren wir einigermaßen enttäuscht, so waren bis auf die protzige Hauptstraße, die Häuser recht verfallen. Wir verabschiedeten uns also bald vom südlichsten Zipfel Europas und fuhren endlich ins Mittelmeer hinein, das Ziel ist Almerimar, wo wir den Winter über verbringen wollen.

Aber nun etwas in eigener Sache:

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Ich suche ab sofort einen neuen Mieter für meine Wohnung in Berlin. Sie liegt im Nordosten im grünen Gürtel und ist dennoch nicht weit entfernt vom Zentrum. Es ist eine 3 Zimmer Maisonette Wohnung, 100qm, mit Balkon, einem geräumigen Bad mit Eckbadewanne, in einer Vorstadtvilla, hat also Gartennutzung, einen Fahrradkeller und unbegrenzte Parkmöglichkeiten vor der Tür. Wer also ernsthaftes Interesse hat, der bekommt genauere Angaben gern per Email.

Portugal

20160829_200928125 Tage = 4 Monate, 5 Länder und 2042 Seemeilen haben wir nun schon hinter uns gelassen. Kaum zu glauben, dass man in so kurzer Zeit so weit kommt und dennoch fast jedes Städtchen besichtigt. Im Vergleich zu anderen sind wir sogar gekrochen, viele die wir unterwegs kennengelernt haben, haben uns längst überholt. Aber mehr als 30-40sm pro Tag macht uns keinen Spaß, denn die Gorch Fock ist ja eher ein Wohnmobil und keine Rennziege, so dass wir nicht schneller als 4-5 Knoten fahren können/wollen. Wenn man hört wie es in ihr knarzt und knirscht, wie die Töpfe klappern und man weiß das die Weinflaschen in der Backskiste hin und her rollen, mag man es eigentlich noch langsamer haben. Natürlich haben wir alles gut verstaut und es liegt ja auch sicher, aber es ist wie beim ankern – man weiß das der Anker hält, aber dennoch schläft man unruhiger als im Hafen. Wobei wir uns daran auch erst gewöhnen müssen, denn bisher gab es dafür ja leider kaum Gelegenheit. Und schon sind wir beim Thema:

20160806_134536Portugal ist ein Land voller Gegensätze. Die Sprache klingt sehr slawisch, liest sich aber wie spanisch. Die Menschen sind zurückhaltend freundlich, also lange nicht so offen und überschwänglich wie die Spanier. Die portugiesische Küste ist sehr unspektakulär, im Norden endlos lange Sandstrände, im Süden endlos lange Steilküste und genau aus diesen Gründen gibt es keine Ankerbuchten. Man kann zwar hinter der Hafenmole oft ankern, muss dann aber mit dem Dingi in die Stadt. Da aber unser Ersatz-Außenborder in der Maas versenkt ist und unser Haupt-Außenborder inzwischen innen komplett verrostet und nicht mehr reparabel ist, müssten wir paddeln :/ oder einen neuen kaufen. Da wir aber in diesem Jahr auch ohne auskommen, verschieben wir diese Investition erstmal, andere Sachen sind da wichtiger. Aber zurück zum Land… ich fand die Vielfalt der Städte sehr schön, angefangen oben in Viana do Castello, das tatsächlich wie im Spreewald aussieht, über Porto die meines Erachtens viertschönste Stadt die ich bisher gesehen habe. Ich liebe diese Altstädte, die Gassen in denen man beinahe herumirrt und dann doch wieder weiß wo man auskommt, die kleinen Geschäfte, die Häuser die mal renoviert und mal ursprünglich sind, der Geruch und die Geräusche, eben die ganze Atmosphäre. Wir sind leider nur zwei Tage in Porto geblieben, aber wir sind gelaufen bis die Füße weh taten, haben Portwein und Sangria getrunken und natürlich Shisha geraucht. Diese Stadt wird mir jedenfalls sehr lebhaft in Erinnerung bleiben. 20160816_171454Lissabon hingegen fand ich wiederum zu groß und touristisch überlaufen. Auch wurde sie uns vorher schon so schmackhaft angepriesen, dass wir nur enttäuscht sein konnten. Natürlich ist die Altstadt Alfama toll, aber man wird von anderen Touri´s durch die Gassen geschoben und in die Fado-Restaurants beinahe hineingezerrt. Auch ist es ein Muß und wirklich toll, mit der legendären Electrico 28E zu fahren, die so ziemlich an allen bekannten Sehenswürdigkeiten hält. Der Friedhof erinnert stark an italienischen Cimiteros und die Parks und Kathedralen sind wunderschön. Man muss es mal gesehen und erlebt haben, aber mein Herz ist in Porto geblieben.

20160809_121439An andere Städte kann ich mich nur schemenhaft erinnern, mal eine schöne Markthalle in Figueira da Foz oder ein leckerer Sangria für 1,50€ in Peniche und ein gesichteter Hai in der Hafeneinfahrt von Sesimbra, zum Glück kann man auf Facebook ja die Timeline nachverfolgen Zwinkerndes Smiley Im Großen und ganzen aber alles sehr unspektakulär. Was uns ein wenig geärgert hat, sind die Marinas, die in der Regel sehr lieblos sind und dennoch genauso viel kosten wie in Spanien. Die sanitären Anlagen sind meist dürftig, dafür gibt´s dann auch keine Prozente und nicht selten muss man ewig lange in die Stadt laufen oder liegt am Steiger der Fischer mit dran, von fehlendem Wlan mal ganz zu schweigen. Überzeugt hat uns Portugal bisher leider nicht, aber mal schauen was die Algarve zu bieten hat und in nicht all zu langer Zeit sind wir ja auch endlich wieder in Spanien!

Galizien

13606888_1183715048316491_1707473814321116120_nViva España! Hach was war das schön dort. Schon als wir in Gijon ankamen, erwartete uns endlich strahlender Sonnenschein, fröhliche Menschen, bunte Häuser und lange Sandstrände. Selbst das Wasser hatte eine andere Farbe und wenn die Leinen mal hineinfielen, waren sie warm 😉 Ich fühlte mich wie zu Hause angekommen, der Sprachunterricht bei Babbel.com hatte doch etwas bewirkt, ich verstand so einiges und konnte mich auch verständig machen. Gijon ist eine wirklich schöne Stadt, mit einem alten Stadtkern, verwinkelten Gassen und einer langen Uferpromenade, an der das Wasser bei Flut nur so hochspritze. 13600240_1187887717899224_4400387215268113182_nNachdem wir uns, nach der Biskaya-Überquerung ausgeschlafen hatten, unsere Vorräte wieder aufgefüllt waren und wir uns die Stadt angesehen hatten, fuhren wir weiter nach Luarca, wo wir nur eine Nacht, an einer rostigen Muringboje verbrachten. Ribadea, Viveiro und Cedeira waren dann um einiges hübscher, die Architektur einzigartig und die Menschen in Feierlaune. Überhaupt wurden wir die ganze Strecke bis La Coruna nicht nur von Delfinen begleitet, sondern auch von allen möglichen Festen. Die Spanier nutzen wohl jeden Tag um irgendetwas zu feiern?! Erwähnte ich schon, dass ich diese Mentalität sehr mag?! 😉

13718499_1191836334171029_8176616078085888413_nIn La Coruna nahmen wir dann unsere ersten Gäste auf. Des Seebären Töchterlein und ein Freundin, waren bis Porto geflogen und mit dem Bus zu uns gefahren. Segler zu besuchen ist ja nicht immer ganz so einfach, solange die Flüge noch günstig sind, weiß man noch nicht genau wo man die Gäste dann letztendlich an Bord nehmen kann, aber zum Glück gibt es günstige Überlandbusse, die einen schnell von A nach B bringen, ich hab das ja im letzten Jahr in Italien fast nur so gemacht. 13716075_1192154124139250_6679196885053625187_nLa Coruna ist wirklich schön und natürlich gab es wieder ein Fest, diesmal auf dem Schiffsweg. Somit wurden die Gäste gleich gebührend in Empfang genommen, in den Schiffsalltag eingewiesen und eine Sicherheitseinweisung durchgeführt. Nun hofften wir nur noch, das der Seegang nicht genauso enorm war, wie bei unserer Einfahrt in La Coruna, denn diese 10m Wellen würden sie sonst wohl gleich zu Anfang mehr als abschrecken. Aber alles ging gut, im Gegenteil es folgten Tage ohne jeglichen Wind und kaum Welle und dennoch mussten sich beide mit Tabletten gegen Seekrankheit über Wasser halten. Die erste Nacht am Anker in Corme, war unseren Gästen wohl doch nicht so geheuer, so das beschlossen wurde, lieber in Marinas zu übernachten, eigentlich sehr schade, wo Galizien doch so vor Ankerbuchten strotzte. 13716024_1196704790350850_5545028865020767914_nDafür pulsierte dann in Camarinas und Sanxenxo das Leben, erst fanden wir uns neben einer Kirmes wieder und dann am Ballerman, nuja den Mädels gefiel es. Als Ausgleich war es dann in Portosin und San Vicente schön ruhig und erholsam. Natürlich gab es auch wieder ein paar Highlights, die Mädels sahen Walschwanzflossen und können nun bestätigen, dass es tatsächlich so viele Delfine hier gibt. In Vigo angekommen mussten wir uns auch schon wieder verabschieden, obwohl die 14 Tage ausreichend waren, sowohl für die Gäste als auch für unseren gewohnten Bordalltag. Wenn 4 Menschen auf so engem Raum miteinander verbringen müssen, prallen unterschiedliche Interessen aufeinander, jeder hat eben andere Vorstellungen und die müssen irgendwie abgestimmt werden. 13769497_1194765847211411_5845587065256591478_nDer Seebär hatte es besonders schwer – mit 3 Frauen an Bord Smiley mit herausgestreckter Zunge Hinzu kommt auch noch die Hitze, mir macht es ja nichts aus, aber wenn man aus dem kalten Deutschland eingeflogen kommt, ist das schon eine Umstellung. Zumal es ja auch unterschiedliche Wärmeemfinden gibt, der Seebär kämpft immernoch damit. Aber wir hatten die ganze Strecke über herrlichstes Wetter und auch ein paar schöne Segeltage, so dass wir gut voran kamen. Auch der Sangria und die leckeren Tapas werden uns allen gut in Erinnerung bleiben.

Isla CiesDas Ankern, in einer wirklich schönen Ankerbucht an der Isla Cies, haben wir dann nachgeholt. Aber erst dort fanden wir heraus, das wir hätten eh nirgendwo ins Wasser hätten springen können, denn bei 13Grad Wassertemperatur verschlägt es einem doch den Atem. Aber wir kommen nun ja immer weiter südlich und schon an der Algarve werden wir sicher wärmeres Wasser haben. Deshalb sagten wir nach fast genau einem Monat – Adios España und Bom dia Portugal Smiley

Biskaya

biskayaMeine Güte, was hatte ich für einen Respekt vor der Biskaya und das natürlich auch zu Recht! Es ist nicht nur ein Mythos, es ist die Unberechenbarkeit, die unvorhersehbare Wetterlage, die Gezeitenströme, plötzlich auftretende Stürme und der daraus hervorgehende Seegang. Die Keilform, die Spanien und Frankreich bilden und die gravierende Änderung der Wassertiefe durch die, in der Bucht befindliche, europäische Kontinentalplatte, lässt plötzlich Kreuzseen und Wellenberge bis hin zu 10m Höhe entstehen. Deshalb empfiehlt es sich, ganz genau auf die Wettervorhersagen zu achten und kein Risiko einzugehen. Sicher gibt es immer wieder Seehelden, die bei 6-7Bft lossegeln müssen, um möglichst schnell anzukommen, aber wir hatten ja Zeit und wollten eine schöne Überfahrt und keine Chaotische.

13528699_1181729448515051_8930187153858929970_nWir hatten ja sogar vor, andere Segler mitzunehmen, die uns bei der Überfahrt unterstützen. Nur leider war den meisten die Anfahrt entweder zu weit (per Zug oder Bus) oder eben zu teuer (per Flug), schon eigenartig, wenn man bedenkt, dass der Törn rein Hand-gegen-Koje war. Deshalb hatten wir beinahe überlegt, bis La Rochelle tief in die Biskaya hineinzufahren und den absolut kürzesten Weg nach Santander (200sm) zu nehmen. Nur hatten wir zum einen genug, vom englischen Schmuddelwetter und zum anderen verstärkt sich der Wind meist, je tiefer man in die Biskaya hineinkommt. Abgesehen davon, unterscheidet sich die Meilenanzahl zu dem von uns nun gewählten Weg kaum, denn von Benodet nach Gijon waren es dann auch nur 266sm. Auch wenn es landschaftlich nun endlich wirklich zauberhaft wurde und die Bretagne nun auch ihre schönen Seiten, in Städtchen wie Audierne und Benodet, zeigte, wollten wir ab in den Süden.

UnbenanntWir bereiteten uns gut vor, tankten voll, zurrten noch einmal alles, auf und unter Deck befindliche, gut fest und hatten Kartoffel- und Nudelsalat, Hühnchen und Buletten, für eventuelle Hungerattacken bereit, um nur nicht kochen zu müssen. Im Salon klappten wir die Sitzbank aus, so dass man egal auf welcher Seite gut schlafen konnte, denn wir wollten sofort parat sein, wenn der andere Hilfe brauchte. Die einzige Sorge die wir hatten war- hielt das Tablet durch?! Denn kurz vor der Überfahrt, war unser Plotter nun total kaputt gegangen, ging an und aus wann er wollte, sprang dann Tagelang nicht mehr an und ließ sich zuletzt auch nicht mehr hinein- oder herauszoomen. Somit hatte ich also Navionics aufs Tablet geladen und hoffte nun, das es den Dauerbetrieb über mehrere Tage überstehen würde.

13599994_1183612058326790_1779536046553089355_nSo, begann der Tag also nach letztmaligem ausschlafen bis um 9:00Uhr, einem guten Frühstück und entspanntem Ablegemanöver im Hafen von Benodet/ Fr. Der Wind war mit 3-4Bft aus West vorausgesagt und sollte uns so gemächlich nach Gijon/ Es bringen. Natürlich kam es anders als geplant und der Wind kam mit nur 2-3Bft aus SW, so dass wir anfangs sogar noch unter Motor sehr hoch am Wind fahren mussten. Erst gegen 17:00Uhr briste es auf, so dass wir die ersten beiden Tage unter Segel mit 4-6kt Richtung Spanien düsten. In der Nacht steigerte sich der Wind dann noch, so dass wir die Genua etwas reffen mussten um auf Kurs bleiben zu können. Mehr hätte es tatsächlich nicht werden müssen! Nachts spielten wir Katz und Maus mit den Hochseefischerbooten und versuchten nicht in ihre Schleppnetze zu geraten, leider haben die Burschen ja keine Positionsleuchten, so das man schwer einschätzen konnte, in welche Richtung sie fuhren und schnell mal zusammenzuckten, wenn sie aus der Schwärze der Nacht, plötzlich dicht vor einem auftauchten.

13537535_1183520551669274_1088323192161678079_nAnfänglich wollten wir im zwei Stunden Rythmus Wachwechseln, aber irgendwie pendelte es sich schon gleich nach der ersten Wache auf 5 Stunden ein. So schlief man entweder, oder saß allein am Steuer, denn einen Autopiloten oder Windsteuerenlage haben wir nicht. Man hatte also viel Zeit die Wellen und natürlich auch Delfine zu beobachten, sogar 2 Orkas sprangen in einiger Entfernung durch die Wellen. Allerdings schlief man nie wirklich, weil man zum einen hin und her rollte und die Gedärme einen zum stündlichen Wasserlassen zwangen und zum anderen, weil man ja immer parat sein wollte. Wir waren also abwechselnd 12 Stunden am Tag halb schlafen und 12 Stunden halb wach Zwinkerndes Smiley

13566977_1183520491669280_1307777674450426162_nDie Nordbiskaya verabschiedete uns mit einem spektakulären Sonnenuntergang und entließ uns in eine sternenklare Nacht. Der dritte Tag war dann genauso schön und wolkenlos, nur leider auch mit immer mehr abnehmendem Wind. So mussten wir die letzten 80 Meilen nun doch unter Motor fahren, da nützt der beste Westwind auch nix. Aber der Sonnenaufgang auf dem Wasser, bei strahlend blauem Himmel, entschädigt auch für die unruhigste Nacht und ließ mich tatsächlich nach meiner 0:00 bis 5:00Uhr Schicht wachbleiben. Im Großen und Ganzen war die Überfahrt also ganz okay, mir fehlte dieses Gefühl immer weiter fahren zu wollen, das ich bei den Überführungen letztes Jahr hatte. Aber das ist wohl eine Begleiterscheinung, des Respekts den ich vor der Biskaya hatte, so dass es eher Erleichterung und unbändiger Stolz ist, DAS geschafft zu haben!

13606523_1183767521644577_8015943391557082791_nSpanien, wir waren endlich wieder in Spanien! Espania ist sooo bunt, so prall voller Leben, ich liebe dieses Land, diese Mentalität und das Klima sowieso! Natürlich konnte ich dann nicht einfach schlafen gehen, ich musste mir die Stadt ansehen und wurde wiederum mit tollen Eindrücken belohnt. Zwei Tage blieben wir in Gijon, schliefen aus, füllten unsere Vorräte auf und genossen die spanische Gastfreundschaft. Dann ging es weiter über Luarca, Ribadeo, Viveiro nach La Coruna. Dort sollte unser erster Besuch eintreffen, mit dem wir Richtung Portugal fahren würden.

Achja, das Tablet hielt artig durch und somit werden wir vorerst auf einen neuen Plotter, der immerhin 800,- bis 1000,-€ kostet, verzichten. Sicher sind die qualitativ besser, absolut wasserdicht und auch die Software um einiges genauer, aber der Erfolg rechtfertigt nunmal die Mittel.